deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

Diary, Random And Pickles – Pierre Jodlowski am 15. Dezember im Musiktheater

Am 15. Dezember findet das Musiktheater „Diary, Random and Pickles“ von Pierre Jodlowski im Konzerthaus Berlin statt.

Der Komponist Pierre Jodlowski erweitert hier seine musikalische Sprache um mehrere Elemente, indem er Elektronik, Licht, Video und Texte zu seinen Werken hinzufügt und die Instrumentalisten über ihre musikalische Sprache hinauswachsen lässt.

„Diary, Random und Pickles“ ist ein Musiktheater über die jahrelange Sammlung von Zeitungsartikeln und Nachrichten, mit Hilfe derer der Komponist die Gesellschaft und ihre Wandlungen reflektiert. In Zusammenarbeit mit dem integrativen Zweig der Katholischen Schule Sankt Franziskus Berlin entsteht ein Musiktheaterprojekt, in welchem fünf Musiker (Ensemble LUX:NM) zu den Hauptakteuren eines Musiktheaters werden. Als Musiker, Performer und Vorleser stellen sie sich, zusammen mit einer Performergruppe bestehend aus 10 Jugendlichen, kritisch dem Zeitgeschehen. Gesellschaftsrelevante, kritische Fragen und Entwicklungen werden ebenso thematisiert wie die künstlerische Grenzen zwischen Musik und Theater ausgelotet.

Unter Leitung des Komponisten, Performers und Klangkünstlers Pierre Jodlowski entsteht in Zusammenarbeit mit der Konzertreihe IM FOKUS ein Musiktheater, welches grenzübergreifend Musik, Performance und Videokunst verbindet.

Das Konzert wird gefördert durch Impuls Neue Musik, INM Berlin und die Senatskanzlei Berlin.

 

10. Jurysitzung: Die Entscheidung der Jury

Am 19. Oktober 2016 fand die 10. Jurysitzung des Deutsch-französischen Fonds für zeitgenössische Musik / Impuls neue Musik in Anwesenheit des Direktors des Bureau Export Berlin Olivier Lacourt in der Maison de France statt.

Seit mehr als 7 Jahren begleitet und finanziert Impuls neue Musik anteilig Projekte, die die Schaffung neuer Werke und die Verbreitung zeitgenössischer Musik in Frankreich und Deutschland zum Ziel haben. Im Kern Deutsch-Französisch basieren die Projekte auf dem Austausch zwischen Musikern, Werken und Ästhetiken der beiden Länder.

Dieses Jahr wurden 13 Projekte aus 36 Projektanträgen von der Jury ausgewählt. Die Jury besteht aus: Christine Fischer (Musik der Jahrhunderte, Stuttgart), Matthias Osterwold (Klangspuren, Schwaz), Barbara Barthelmes (Berliner Festspiele), Emmanuel Hondré (Philharmonie de Paris), Frank Madlener (IRCAM) sowie Jean-Marc Bador (Orchestre national de Lyon /  Orchestre Philharmonique de Radio France) sowie  Jean-Luc Hervé (Komponist), der zum ersten Mal an der Sitzung teilgenommen hat.

Am 19. Oktober vergab die Jury eine Gesamtfördersumme von 92.000 € für folgende Projekte:

    • Ensemble LUX:MN / IM FOKUS
    • Jazzdor / Mélanoia
    • Ensemble KNM / Die Welt nach Tiepolo
    • Netzwerks Ulysses / OPUS XXI
    • Opéra Comique / Kein Licht
    • Ensemble Links / anthropoSCENE
    • Donaueschinger Musiktage / Wednesday Morning 3AM
    • Bgnm / Heroines of Sounds
    • Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris / Paris – Berlin
    • Quatuor Tana / Triangle de Weimar
    • IMPULS Festival / Double Quatuor
    • Festival d’Automne / Rebecca Saunders und Ensemble Musik Fabrik

 

Festival d’Automne à Paris – Rebecca Saunders & Ensemble MusikFabrik

TBC

Das Festival d’Automne in Paris, das Musikfest Berlin et das Ensemble Musikfabrik vergeben ein Auftragswerk für Ensemble und Sopran an die Komponistin Rebecca Saunders. Das Werk untersucht die Beziehungen zwischen den Musikern und dem Klang im offenen Raum wie Museen oder Galerien, deren architektonische Eigenschaften und Akustik die Verteilung der Musiker definieren.

Das Festival d’Automne in Paris lädt die Komponistin und das Ensemble MusikFabrik ein, das Werk in der Eglise Saint-Eustache in Paris zu präsentieren. Dieses neue Werk basiert auf einem Text von Samuel Beckett und ist umrahmt von instrumentalen Teilen, die Rebecca Saunders „collage spatial“ nennt. „Collage spatial“ beschreibt die Aneinanderreihung, Stratifikation und Verräumlichung von Klängen sowie ihre Verteilung in den bzw. ihre Adaptation an die verschiedenen Veranstaltungsorte.

LUX:NM – Diary, Random & Pickles

15.12.2016 | Konzerthaus Berlin

In dem Musiktheater „Diary, Random and Pickles“ erweitert der Komponist Pierre Jodlowski seine musikalische Sprache um elektronische Elemente, Licht, Video und Texte und lässt Instrumentalisten als Musiker, Schauspieler, Performer agieren. Das Werk ist ein Musiktheater über Sammlungen von Zeitungsartikeln und Nachrichten, anhand derer der Komponist die Gesellschaft und ihre Wandlungen reflektiert. In Zusammenarbeit mit Schülern der Katholische Schule Sankt Franziskus entsteht ein Musiktheaterprojekt, in welchem die fünf Musiker des Ensemble LUX:NM zu den Hauptakteuren werden. Als Musiker, Performer und Vorleser setzen sie sich zusammen mit einer Performergruppe (bestehend aus 20 Kindern) kritisch mit dem Zeitgeschehen auseinander. Gesellschaftsrelevante Fragen und Entwicklungen werden ebenso thematisiert wie die Auslotung künstlerischer Grenzen zwischen Musik und Theater. Unter Leitung des Komponisten, Performers und Klangkünstlers Pierre Jodlowski entsteht ein Projekt, welches grenzübergreifend Musik, Performance und Videokunst verbindet. Das Berliner Ensemble LUX:NM vergibt hierzu einen Kompositionsauftrag.

Bgnm – Heroines of Sound

07-09.06.17 | Radialsystem-V, Berlin

TBA

An drei Abenden präsentiert das Festival Konzerte und Performances mit Künstlerinnen aus Deutschland, Frankreich und Polen, die heute elektronische Klangumformung in weiterdenken und performativ ausdeuten. Bereits für die Festivalausgabe 2016 im HAU wurde ein Schwerpunkt auf französische Komponistinnen gesetzt, der 2017 durch Kooperationen mit dem Festival Musica Electronica Nova und dem gmem Marseille intensiviert wird. Das Programm 2017 umfasst Konzerte, Performances, Video- und Diskursveranstaltungen mit unterschiedlichen Formaten, von Pionierinnen elektronischer Musik aus dem Umfeld des GRM, akusmatischer Musik von Françoise Barrière, Elzbieta Sikora und Annette vande Gorne, die in Deutschland bislang wenig bekannt sind. Zur Aufführung gelangt Kammermusik mit Elektronik, über Live-Elektronik-Performances bis hin Aufführungen der jungen Vertreterinnen akustmatischer Musik.

Opéra Comique – Kein Licht

25.-27.08.17, 31.08.2017, 02.-03.09.17 | Ruhrtriennale

18.-19.10.17, 21.-22.10.17 | Opéra Comique

22.-23.11.17 | Grands Theatres de Luxembourg

„Kein Licht“ ist ein Musiktheaterprojekt des Regisseurs Nicolas Stemann und des Komponisten Philippe Manoury, dem Elfriede Jelineks gleichnamiger Text zugrunde liegt. Das von der Pariser Opéra Comique in Auftrag gegebene Werk wird 2017 im Rahmen der Ruhrtriennale zur Uraufführung kommen. Ende 2017 wird die Produktion zudem beim Festival Musica (in Zusammenarbeit mit der Opéra National du Rhin in Straßburg), an der Opéra Comique, am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb sowie am Grand Théâtre de Luxembourg zu erleben sein. Elfriede Jelineks „Kein Licht“, entstanden als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima, bietet den Stoff für die szenische Arbeit der Künstler. Was kommt nach Fukushima, nachdem das Unbegreifliche und Unsägliche passiert ist?

Ensemble LINKS – anthropoSCENE

01.02.18 | Festival ECLAT

Sommer 2018 | Comédie de Reims

Bei dem deutsch-französischen experimentellen Musiktheater „anthropoSCENE steht die Entwicklung eines in der darstellenden Kunst bisher einmaligen Hybridformats im Zentrum, das künstlerische und wissenschaftliche Experimente miteinander verbindet. Erstes Ziel ist die Schaffung eines neuartigen Zugangs zu nicht-trivialer, wissenschatlicher Forschung jenseits rein didaktischer Wissensvermittlung mit den Mitteln der darstellender Kunst. Als Kollaboration von Beteiligten aus drei Ländern (Deutschland, Frankreich, USA), sowie als Koproduktion zwischen der Comédie de Reims, Rotterdam Presenta, dem Links Ensemble und dem Festival ECLAT in Stuttgart unternimmt das Projekt darüber hinaus den Versuch, jene Internationalität auf künstlerischer Ebene zu etablieren, die in der Wissenschaft den Diskurs um das Antrhopozän erst ermöglicht hat.

 

IMPULS Festival – Double Quatuor

TBA

Ausgehend von einer Idee des in Berlin lebenden und tätigen französischen Komponisten Raphaël Cendo kommen das französische Quatuor Tana und die Neuen Vocalsolisten Stuttgart für das Projekt „Double Quatuor“ zusammen. Raphaël Cendo, gemeinsam mit Franck Bedrossian und Yann Robin eine der herausragenden Figuren der „musique saturée“, hat in den vergangenen Jahren immer wieder eng mit dem jungen Quatuor Tana zusammengearbeitet, das sich seinerseits vor allem durch maßstabsetzende Interpretationen von Werken der „Saturiste“ einen Namen gemacht hat. Cendos Initiative, die klanglichen Möglichkeiten des Streichquartett durch die Doppelung und Spiegelung mit einem Vokalquartett zu erweitern und tiefergehend auszuloten, hat nun das Quatuor Tana mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart zusammengebracht, für die gemeinsam ein etwa 80-minütiges oratoriumsartiges Werk nach einem Text von Rodrigo García entsteht, das vom Festival Musica Strasbourg und dem IMPULS-Festival Sachsen-Anhalt in Auftrag gegeben wird.

Jazzdor – Quatuor IXI & Quartet Melanoia

02.06.2017 | Jazzdor Berlin

17.-18.11.2017 | Jazzdor Strasbourg

Im Rahmen der zwei Festivals Jazzdor Strasbourg-Berlin und Jazzdor Strasbourg soll ein deutsch-französisches Musikprojekt entstehen. Es werden zwei Auftragswerke an Régis Huby und Dejan Terzic vergeben, die das erfolgreiche Oktett betstehend aus dem Quatuor IXI (Frankreich) und dem Quartett Melanoïa (Deutschland) leiten. Über die Konzerte hinaus sollen Treffen mit dem Publikum und Workshops in Zusammenarbeit mit dem Conservatoire de Strasbourg und dem Jazz-Institut Berlin stattfinden.

Ensemble KNM Berlin – Die Welt nach Tiepolo

04.02., 29.04., 24.06.2017 | Radialsystem V, Berlin

2016 hat der französische Komponist und Philosoph Hugues Dufourt seinen Zyklus „Appolon et les continents“, bestehend aus „L’Asie d‘après Tiepolo“, „L’Afrique d‘après Tiepolo“, „L’Europe d’après Tiepolo“ und „L’Amerique d‘après Tiepolo“ nach 10-jähriger Arbeit beendet. Das Werk bezieht sich auf das von G. B. Tiepolo für die Würzburgische Residenz geschaffene Deckenfresko, auf dem die vier damals bekannten Kontinente allegorisch dargestellt sind. Das KNM stellt diesen Zyklus in den Mittelpunkt einer Konzertreihe im Radialsystem V Berlin, in dem je ein Teil in einem der vier Konzerte aufgeführt wird. Das Eröffnungskonzert der Reihe „Amerika“ findet am 4. Februar 2017 im Rahmen des CTM Festivals statt. Das vierte Konzert „Afrika“, das gemeinsam mit Eklekto (Centre International de Percussion) Genève vorgestellt wird, präsentiert zusätzlich Georges Aperghis „Triangle Carré“. Die Aufführung dieses Werks wird von dem jungen englischen Dirigenten Jonathan Berman geleitet.