deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

Hommage à Bertrand – Zafraan Ensemble

22.02.2020 | Radialsystem V, Berlin (D)
TBC 2020/2021 | D, F, CH

2019/2020 sucht das Zafraan Ensemble zu seinem zehnjährigen Bestehen die Begegnung und den unmittelbaren musikalischen Austausch mit drei etablierten Ensembles für zeitgenössische Musik, den Ensembles L’Itinéraire und Court-circuit aus Paris und dem Kammerensemble Neue Musik Berlin.

Neben Werken von u.a. Jean-Luc Hervé, Hugues Dufourt, Sarah Nemtsov und Stefan Keller bildet dabei nicht zuletzt das Œuvre von Christophe Bertrand einen roten Faden der „Rencontres“ betitelten Reihe. Der Abschluss dieser Reihe soll im Februar 2020 in Berlin ein gemeinsames Konzert der Ensembles Zafraan und KNM unter der Leitung von Michael Wendeberg sein.

 

Foto © Neda Navaee

Malte Giesen – Stock footage piece 1 : business – Les Diotima

TBC | Festival Klangspuren (A)
Klang Festival ou/oder G((o))ng Tomorrow Festival
Copenhagen (DK)
Festival Archipel, Genève (CH)

Das Diotima Quartett beauftragt den Komponisten Malte Giesen, den es für einen der brillantesten Vertreter der jungen Komponist*innengeneration in Deutschland hält, ein Streichquartett zu schreiben.

Das Internet als unerschöpflicher Materialvorrat hat nicht nur in den Künsten Einzug gehalten, auch für ästhetische Produkte des Alltags, der Wirtschaft, der Unterhaltung, wird verstärkt auf schon vorgefertigtes, vorgefundenes Material zurückgegriffen. Gerade in Kombination mit einem rein akustischen Streichquartett, welches auch als Symbol für Tradition und Hochkultur steht, spitzt das neue Werk den Gegensatz zur kommerziell orientierten Massentauglichkeit von Stock Footage zu.

 

Foto © Jérémie Mazenq

D.O.A.: FRENCH CONNECTION! – PHØNIX16

Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, feiert das Berliner Ensemble PHØNIX16 mit dem Programm D.O.A.: FRENCH CONNECTION! die musikalische Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Zu diesem Konzert in der Kuppelhalle des Silent Green laden wir Sie hiermit herzlich ein.

In D.O.A.: FRENCH CONNECTION! treffen Originalwerke für 5-12 Stimmen deutscher und französischer Provenienz auf [a]LIVE-Versionen ehemals elektronischer Werke als Arrangement für 12 Stimmen mit / ohne Elektronik sowie mit / ohne Perkussion.

Unter dem Titel [a]LIVE-Version! erarbeitet das Kollektiv Transkriptionen elektronischer, elektro-akusmatischer und instrumentaler Werke für unplugged Ensemble. In Zusammenarbeit mit Komponisten, Klangregisseuren, Computermusikern und Schlagzeugern sowie unter der Verwendung erweiterter Techniken, Klangobjekten, Verstärkung und Effektgeräten versucht PHØNIX16 vokale Aufführungspartituren der ursprünglichen Werke zu erstellen, die nicht ausschließlich eine Deckungsgleichheit zwischen Original und Vokalperformanz anstreben, sondern dem bearbeiteten Werk eine eigene neue vokale Klanggestalt zu verleihen versuchen. Die Erarbeitung dieser Werke funktioniert als kollektiver Kompositionsprozess.

 

Programm

14.07.2019 | Kuppelhalle, Silent Green Berlin | 20 Uhr

 Christophe Guiraud, Kutra Begulma (2019) UA
Für 5 Stimmen und Elektronik 
 
Mathias Spahlinger, Drama (1969)
Für 12 Stimmen
 
Francis Poulenc, Figure humaine (1943)
Für 12 Stimmen 
 
Yann Geslin, Variations didactiques (1981-82 / 2008 / 2019)
Arrgt. Sonia Lescene
Für 7 Stimmen und Objekte
 
Gérard Grisey, Les Chants de l’amour (1982-1984)
Für 12 Stimmen und Zuspiele
 
Philippe Carson, Phonologie (1962/2017)
Arrgt. Sonia Lescene
Für 6 Männerstimmen
 
François Bayle, Kevin Ayers, Robert Wyatt, IT  (1968 / 2019)
Arrgt. Jonathan Boudevin
Für 4 Stimmen
 
Georg Katzer, Mein 1989 (1990)
Für Tape

Timo Kreuser, Hymnen (2016-2019)
Für vier Musiker
 
Michael Levinas, Les Réciproques (1986)
Für 12 Stimmen

 
Foto © Sirje Viise

13. Jurysitzung – Impuls neue Musik

Am 14. Juni 2019 fand die 13. Jurysitzung des Deutsch-Französisch-Schweizerischen Fonds für zeitgenössische Musik / Impuls neue Musik in Berlin statt.

Seit seiner Gründung vor 10 Jahren hat Impuls neue Musik über 1 Million Euro an 160 Projekte vergeben. Der Fonds begleitet und finanziert Projekte, die die Schaffung neuer Werke und die Verbreitung zeitgenössischer Musik in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz zum Ziel haben. Im Kern Deutsch-Französisch-Schweizerisch basieren die Projekte auf dem Austausch zwischen Musiker*innen, Werken und Ästhetiken der drei Länder.

In diesem Jahr wählte die Jury 13 Förderprojekte aus 22 Förderanträgen aus. Die aktuellen Jurymitglieder sind: Jean-Marc Bador, Dr. Barbara Barthelmes, Xavier Dayer, Bernhard Günther, Jean-Luc Hervé, Emmanuel HondréThomas Meyer, Thomas Oesterdiekhoff und Matthias Osterwold.

Es wurde eine Gesamtfördersumme von 94.785 € an folgende Projekte vergeben:

JOINT ADVENTURE – Ensemble C Barré – 15.000 €

Rausch(en) – Trio SAEITENWIND – 10.000 €

ALLES KLAPPT, Musiktheater – Münchener Biennale – 14.000 €

Création, Nik Bärtsch – Les Percussions de Strasbourg – 8.000 €

Oblivion, création d’une nouvelle version – L’imaginaire, musiques d’idées – 10.000 €

Mit diesen Händen – Musik an der Hospitalkirche / Hospitalkirchegemeinde – 2.400 €

Borderland of the soul / Borderland of the emotions – Dedalus – 7.400 €

Kurt Weil Jagt Fantômas – textXTND – 885 €

Hitchhiker Residency – Demain dès l’Aube – 3.100 €

La Coupole, Klang Farben Raum – Verein ZeitRaüme – 6.000 €

Mainz / Dargent / Eraslan, Neue Musik für hybrides Klaviertrio – Plattform für Transkulturelle Neue Musik – 9.000 €

Hommage à Bertrand – Zafraan Ensemble – 6.000 €

Malte Giesen, Stock Footage Piece 1 – Les Diotima – 3.000 €

 

 

Kurt Weill jagt Fantômas – textXTND

08.01.2020 | Gare du Nord, Bahnhof für Neue Musik, Basel (CH)


KURT WEILL JAGT FAMTÔMAS ist eine Live-Hörspielperformance des deutschen Komponisten und Hörspielautors Oliver Augst mit der deutschen Sängerin Charlotte Simon und dem Pariser Musiker Alexandre Bellenger.

Das Projekt möchte ein bislang vernachlässigtes Kapitel in Weills musikalischem Schaffen – seinen Aufenthalt in Paris (1933-1935) – zeitgenössisch zum Klingen bringen. Basierend auf dem Material der weitgehend vergessenen Weill-Lieder aus diesen Jahren verdichten sich Gesang, Sprache und Klang zu einer komponierten Neu-Interpretation, als Liebeserklärung ans Original mit dialektischem „Weiterdenken“ in die Jetztzeit.

Das 2017 in Paris mit Unterstützung von Impuls neue Musik uraufgeführte Werk wird nun in Basel wiederaufgenommen.

 

Foto © Vita Spieß

Lab.Oratorium – Gürzenich-Orchester Köln

19.–21.05.2019 Kölner Philharmonie (D)
27.05.2019 Elbphilharmonie Hamburg (D)
03.06.2019 Philharmonie de Paris (F)

Philippe Manourys «Lab.Oratorium» für Stimmen, Orchester und Live-Elektronik ist der abschließende Höhepunkt einer trilogie von raummusikalischen sinfonischen Werken, die der französische Dirigent Francois-Xavier Roth an seiner Kölner Wirkungsstätte mit Philippe Manoury als «Komponist für Köln» initiiert hat und die als große deutsch-französische Koproduktion mit Gürzenich-Orchester Köln, Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie de Paris und IrcAM entsteht.

In dem oratorischen Werk für Soli, Schauspieler, Vokalensemble, Laienchor, räumlich aufgeteiltes Orchester und Live-Elektronik zieht Philippe Manoury die Summe seiner Forschungen auf dem Gebiet der Elektronik und der raummusik. Eine besondere Bedeutung kommt darin einer vom Komponisten am Pariser IrcAM entwickelten Software zu, die neuartige Wechselwirkungen zwischen gesprochener Sprache und Musik ermöglicht. Deren Potenziale werden hier erstmals nicht nur im Zusammenhang mit Sprech- und solistischen Gesangstimmen genutzt, sondern mit dem Vermögen eines großen Vokalensembles. Das abendfüllende Werk kreist inhaltlich um eine zeitgenössische Odyssee auf der Suche nach der utopie eines vielsprachigen, grenzenlosen Europas – ein Schatz, der durch die gegenwärtigen politischen Entwicklungen verloren zu gehen droht. Bei der Konzeption der textgrundlage und der Form arbeitet Philippe Manoury erneut mit Nicolas Stemann zusammen.

Jean-Luc Hervé – Quatuor Diotima

16.11.2018 Zürich (cH)
07.2019 Noirlac (F)
03.2020 Lyon (F)
17.05.2020 Duisburg (D)

Das Quatuor Diotima aus Paris gehört zu den weltweit führenden Streichquartetten für neue Musik.

Im Zentrum seines deutsch-französisch-schweizerischen Projekts steht das neue Werk von Jean-Luc Hervé, der u.a. bei Gérard Grisey studierte. Hervé schreibt eine «spektral» gefärbte komplexe Musik voller klangsinnlicher Gestik. Die uraufführung findet bei Klangspuren Schwaz (A) statt, die Schweizer Erstaufführung bei den Tagen neuer Musik in Zürich. Weitere Werke deutscher Komponisten stehen auf dem Programm.

Court-Circuit & Zafraan Ensemble

20.04.2019 | Radialsystem V, Berlin (D)
21.04.2019 | Resonanzraum, Hamburg (D)
23.04.2019 | Conservatoire Niedermeyer, Issy les Moulineaux (F)

Im Austausch mit dem Ensemble Court-Circuit aus Paris erarbeitet und präsentiert das Berliner Zafraan Ensemble ein Programm, das auch philosophisch-kompositorisch die wechselseitige Anregung und Beeinflussung widerspiegelt.

Die gemeinsam ausgewählten Werke von Sarah Nemtsov, Johannes Boris Borowski, christophe Bertrand und Hugues Dufourt werden bei einer Probenphase im radialsystem in Berlin ein studiert und anschließend in Konzerten in Berlin, Hamburg und Paris aufgeführt. Zudem wird am conservatoire Niedermeyer ein Ensemble-Workshop angeboten. Beide Ensembles sind jeweils hälftig vertreten.

Lu FtStr OM – 18 – EW-4

29.11.2018 | Gare du Nord, Basel (cH)
30.11.2018 | Neubad, Luzern (cH)
04.12.2018 | Schwankhalle, Bremen (D)
07.12.2018 | Malmö, Schweden (S)
TBA | Haute École des Arts, Straßburg (F)
15.01.2019 | theater riggiblick, Zürich (cH)

Das EW-4 (Electronic Wind Quartet) ist ein Ensemble aus vier Blassynthesizern, welches das kammermusikalische Musizieren auf eine rein elektronische Ebene überträgt.

Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine wird in künstlerischer Auseinandersetzung reflektiert und in neuen Klängen und Bildern gespiegelt. Mit dem Projekt „Lu FtStr OM“ wird ein prägendes thema unserer Zeit – die voranschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts – aufgenommen und in einer speziellen Kunst- und Konzertform reflektiert. Da es für Blassynthesizer und die Besetzung quasi keine Werke gibt, soll ein repertoire für dieses Instrument aufgebaut werden. EW-4 hat das Vorhaben – eine elektronische Kammermusik zu kreieren – verschiedenen Komponisten vorgestellt. Die Aussicht, für vier Blassynthesizer zu komponieren, hat bei christoph Ogiermann, Orm Finnendahl, Yannis Kyriakides, Ulrike Mayer- Spohn und Emilio Guim unterschiedlichste Assoziationen, Denkprozesse sowie ein positives Echo ausgelöst. Die neuen Werke werden Ende 2018 / Anfang 2019 in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Schweden zur Aufführung gebracht.

Tetralogie – Ensemble Inverspace

14.02.2019 | Gare du Nord, Basel (cH)
08.03.2019 | Baden (cH)
TBC Paris / TBC Berlin / TBC cologne / TBC Genève

Das 2011 in Basel gegründete Ensemble Inverspace positioniert sich an der Schnittstelle von akustischen und elektronischen Instrumenten.

Das Ziel ist es, die Elektronik als echten kammermusikalischen Partner in das Ensemble zu integrieren. Dabei fließen auch theatralische Elemente sowie visuelle Medien mit ein. Durch intensive Zusammenarbeit mit den Komponisten entste-hen Werke, die speziell auf das Ensemble zugeschnitten sind. Für das Projekt «tetralogie» hat das Ensemble Kompositionsauf-träge an Sarah Nemtsov, raphaël Languillat, Gary Berger und Wolfgang Heiniger vergeben. Alle vier eint die Affinität zu Neuen Medien und außermusikalischen Kontexten. Die entstehenden Werke sind eigenständig als auch teil einer Gesamtdramaturgie. Die Konzerte finden in Deutsch -land, Frankreich und der Schweiz statt.