deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

Borderland of the Soul / Borderland of Emotions – Dedalus

27.11.2019 | La Soufflerie, Rezé (F)

Das neue Stück von Jürg Frey für Peyee Chen, Ensemble Dedalus und Bozzini Quartet basiert auf Texten von Emily Dickinson. Der Komponist wurde hauptsächlich von ihren « envelope-poems » inspiriert.

Der Band „The Gorgeous Nothing“ enthält Faksimile-Fragmente, kurze Gedanken und Vorstufen von Gedichten, handgeschrieben auf gebrauchten Umschlägen, die speziell für diesen Zweck vorbereitet wurden. Einzelwörter, Konstellationen, erste Wörter zu Gedichten, Texten kommen nicht vollständig in den Fokus und umkreisen den fehlenden Mittelpunkt eines Buches.

 

Foto © Christophe Chaverou

Hitchhiker Residency – Demain dès l’Aube

TBC | Stuttgart Kunststiftung (D)
Centre art contemporain de Lacoux (F)
Strasbourg oder Mulhouse (F)

„Hitchhiker residency“ ist ein musikalisches Roadmovie, das vom Ensemble  « Encastrable » erfunden wurde. Die Tonaufnahmen, Hör-und Musikstücke werden während einer Fahrt mit einem Wohnmobil komponiert.

Eine Reise bietet häufig Gelegenheit zur Beobachtung, wobei Seh-und Hörvermögen besonders geschärft sind. Hitchhiker steht für einen Ort, an dem noch nie dagewesene Produktionsmethoden erfunden und neue Arten der Kreativität entwickelt werden. Diese Kreation muss man sich wie ein Roadmovie hinter verschlossenen Türen vorstellen, das sich zwischen den Passagieren, dem Gefährt, den Landschaften und der Witterung abspielt.

 

Foto © Encastrable

La Coupole, Klang Farben Raum – Festival ZeitRäume

22.09.2019 | Markthalle, Basel (CH)

Die weltweit erstmalige Realisierung der multimedialen Klang-Farb-Raum-Projektionen des französischen Komponisten Ivan Wyschnegradsky in der Kuppel der Markthalle Basel nimmt das Festival ZeitRäume Basel 2019 zum Anlass, diese historisch bemerkenswerte Vision eines französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts einer gegenwärtigen Reflexion zu unterziehen:

In Ergänzung der multimedialen Uraufführung ist der Schweizer Komponist und Wyschnegradski-Kenner Edu Haubensak beauftragt worden, ein Werk für sechs im Vierteltonabstand gestimmten Klaviere zu komponieren.

 

Foto © Paul Sacher Stiftung Basel

Mainz / Dargent / Eraslan, Neue Musik für hybrides Klaviertio – Plattform für transkulturelle Neue Musik

29.11.2019 – 1.12.2019 | Komponistenworkshop, Trioproben, Zentrifuge Bonn (D)
30.11.2019 | Workshopkonzert, Unerhoert, Sophienkirche, Wuppertal (D)
2.12.2019 | Workshopkonzert Zentrifuge, Bonn (D)
15.-17.06.2019 | Komponistenworshop, Trioproben, Köln (D)
18.6.2020 | N.N. Köln (D)
19.6.2020 | Zentrifuge Bonn (D)
21.06.2020 | Tonhalle Hannover (D)
22.06.2020 | Greve Studio Berlin (D)
26.06.2020 | Lindenmuseum Stuttgart (D)
28.6.-30.6.2020 | (TBC) Montévidéo Marseille/Bordeaux (F)
01.-03.07.2020 | Studio Juillaguet, Juillaguet (F)

Arbeitsphasen mit den Musikern und Komponist*innen mit anschließenden Konzerten in Deutschland und Frankreich.

In der prozesshaften Zusammenarbeit mit den Komponist*innen die Ränder der klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten des Trios ausloten und einen spezifischen Gruppenklang erzeugen, der assoziativ auf die Möglichkeiten und Kontexte der Instrumentierung und des Formates verweisen kann: vom  klassischen  Klaviertrio, zeitgenössischer Kammermusik, erweiterten Spieltechniken, Geräusch und Elektro-Akustik bis zu den türkischen und arabischen  Bezügen.

 

Matthias Mainz © Matthias Kneppeck
Anil Eraslan © Jina
Gregory Dargent © Gregory Dargent

Hommage à Bertrand – Zafraan Ensemble

22.02.2020 | Radialsystem V, Berlin (D)
TBC 2020/2021 | D, F, CH

2019/2020 sucht das Zafraan Ensemble zu seinem zehnjährigen Bestehen die Begegnung und den unmittelbaren musikalischen Austausch mit drei etablierten Ensembles für zeitgenössische Musik, den Ensembles L’Itinéraire und Court-circuit aus Paris und dem Kammerensemble Neue Musik Berlin.

Neben Werken von u.a. Jean-Luc Hervé, Hugues Dufourt, Sarah Nemtsov und Stefan Keller bildet dabei nicht zuletzt das Œuvre von Christophe Bertrand einen roten Faden der „Rencontres“ betitelten Reihe. Der Abschluss dieser Reihe soll im Februar 2020 in Berlin ein gemeinsames Konzert der Ensembles Zafraan und KNM unter der Leitung von Michael Wendeberg sein.

 

Foto © Neda Navaee

Malte Giesen – Stock footage piece 1 : business – Les Diotima

TBC | Festival Klangspuren (A)
Klang Festival ou/oder G((o))ng Tomorrow Festival
Copenhagen (DK)
Festival Archipel, Genève (CH)

Das Diotima Quartett beauftragt den Komponisten Malte Giesen, den es für einen der brillantesten Vertreter der jungen Komponist*innengeneration in Deutschland hält, ein Streichquartett zu schreiben.

Das Internet als unerschöpflicher Materialvorrat hat nicht nur in den Künsten Einzug gehalten, auch für ästhetische Produkte des Alltags, der Wirtschaft, der Unterhaltung, wird verstärkt auf schon vorgefertigtes, vorgefundenes Material zurückgegriffen. Gerade in Kombination mit einem rein akustischen Streichquartett, welches auch als Symbol für Tradition und Hochkultur steht, spitzt das neue Werk den Gegensatz zur kommerziell orientierten Massentauglichkeit von Stock Footage zu.

 

Foto © Jérémie Mazenq

D.O.A.: FRENCH CONNECTION! – PHØNIX16

Am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, feiert das Berliner Ensemble PHØNIX16 mit dem Programm D.O.A.: FRENCH CONNECTION! die musikalische Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich. Zu diesem Konzert in der Kuppelhalle des Silent Green laden wir Sie hiermit herzlich ein.

In D.O.A.: FRENCH CONNECTION! treffen Originalwerke für 5-12 Stimmen deutscher und französischer Provenienz auf [a]LIVE-Versionen ehemals elektronischer Werke als Arrangement für 12 Stimmen mit / ohne Elektronik sowie mit / ohne Perkussion.

Unter dem Titel [a]LIVE-Version! erarbeitet das Kollektiv Transkriptionen elektronischer, elektro-akusmatischer und instrumentaler Werke für unplugged Ensemble. In Zusammenarbeit mit Komponisten, Klangregisseuren, Computermusikern und Schlagzeugern sowie unter der Verwendung erweiterter Techniken, Klangobjekten, Verstärkung und Effektgeräten versucht PHØNIX16 vokale Aufführungspartituren der ursprünglichen Werke zu erstellen, die nicht ausschließlich eine Deckungsgleichheit zwischen Original und Vokalperformanz anstreben, sondern dem bearbeiteten Werk eine eigene neue vokale Klanggestalt zu verleihen versuchen. Die Erarbeitung dieser Werke funktioniert als kollektiver Kompositionsprozess.

 

Programm

14.07.2019 | Kuppelhalle, Silent Green Berlin | 20 Uhr

 Christophe Guiraud, Kutra Begulma (2019) UA
Für 5 Stimmen und Elektronik 
 
Mathias Spahlinger, Drama (1969)
Für 12 Stimmen
 
Francis Poulenc, Figure humaine (1943)
Für 12 Stimmen 
 
Yann Geslin, Variations didactiques (1981-82 / 2008 / 2019)
Arrgt. Sonia Lescene
Für 7 Stimmen und Objekte
 
Gérard Grisey, Les Chants de l’amour (1982-1984)
Für 12 Stimmen und Zuspiele
 
Philippe Carson, Phonologie (1962/2017)
Arrgt. Sonia Lescene
Für 6 Männerstimmen
 
François Bayle, Kevin Ayers, Robert Wyatt, IT  (1968 / 2019)
Arrgt. Jonathan Boudevin
Für 4 Stimmen
 
Georg Katzer, Mein 1989 (1990)
Für Tape

Timo Kreuser, Hymnen (2016-2019)
Für vier Musiker
 
Michael Levinas, Les Réciproques (1986)
Für 12 Stimmen

 
Foto © Sirje Viise

13. Jurysitzung – Impuls neue Musik

Am 14. Juni 2019 fand die 13. Jurysitzung des Deutsch-Französisch-Schweizerischen Fonds für zeitgenössische Musik / Impuls neue Musik in Berlin statt.

Seit seiner Gründung vor 10 Jahren hat Impuls neue Musik über 1 Million Euro an 160 Projekte vergeben. Der Fonds begleitet und finanziert Projekte, die die Schaffung neuer Werke und die Verbreitung zeitgenössischer Musik in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz zum Ziel haben. Im Kern Deutsch-Französisch-Schweizerisch basieren die Projekte auf dem Austausch zwischen Musiker*innen, Werken und Ästhetiken der drei Länder.

In diesem Jahr wählte die Jury 13 Förderprojekte aus 22 Förderanträgen aus. Die aktuellen Jurymitglieder sind: Jean-Marc Bador, Dr. Barbara Barthelmes, Xavier Dayer, Bernhard Günther, Jean-Luc Hervé, Emmanuel HondréThomas Meyer, Thomas Oesterdiekhoff und Matthias Osterwold.

Es wurde eine Gesamtfördersumme von 94.785 € an folgende Projekte vergeben:

JOINT ADVENTURE – Ensemble C Barré – 15.000 €

Rausch(en) – Trio SAEITENWIND – 10.000 €

ALLES KLAPPT, Musiktheater – Münchener Biennale – 14.000 €

Création, Nik Bärtsch – Les Percussions de Strasbourg – 8.000 €

Oblivion, création d’une nouvelle version – L’imaginaire, musiques d’idées – 10.000 €

Mit diesen Händen – Musik an der Hospitalkirche / Hospitalkirchegemeinde – 2.400 €

Borderland of the soul / Borderland of the emotions – Dedalus – 7.400 €

Kurt Weil Jagt Fantômas – textXTND – 885 €

Hitchhiker Residency – Demain dès l’Aube – 3.100 €

La Coupole, Klang Farben Raum – Verein ZeitRaüme – 6.000 €

Mainz / Dargent / Eraslan, Neue Musik für hybrides Klaviertrio – Plattform für Transkulturelle Neue Musik – 9.000 €

Hommage à Bertrand – Zafraan Ensemble – 6.000 €

Malte Giesen, Stock Footage Piece 1 – Les Diotima – 3.000 €

 

 

Kurt Weill jagt Fantômas – textXTND

08.01.2020 | Gare du Nord, Bahnhof für Neue Musik, Basel (CH)


KURT WEILL JAGT FAMTÔMAS ist eine Live-Hörspielperformance des deutschen Komponisten und Hörspielautors Oliver Augst mit der deutschen Sängerin Charlotte Simon und dem Pariser Musiker Alexandre Bellenger.

Das Projekt möchte ein bislang vernachlässigtes Kapitel in Weills musikalischem Schaffen – seinen Aufenthalt in Paris (1933-1935) – zeitgenössisch zum Klingen bringen. Basierend auf dem Material der weitgehend vergessenen Weill-Lieder aus diesen Jahren verdichten sich Gesang, Sprache und Klang zu einer komponierten Neu-Interpretation, als Liebeserklärung ans Original mit dialektischem „Weiterdenken“ in die Jetztzeit.

Das 2017 in Paris mit Unterstützung von Impuls neue Musik uraufgeführte Werk wird nun in Basel wiederaufgenommen.

 

Foto © Vita Spieß

Lab.Oratorium – Gürzenich-Orchester Köln

19.–21.05.2019 Kölner Philharmonie (D)
27.05.2019 Elbphilharmonie Hamburg (D)
03.06.2019 Philharmonie de Paris (F)

Philippe Manourys «Lab.Oratorium» für Stimmen, Orchester und Live-Elektronik ist der abschließende Höhepunkt einer trilogie von raummusikalischen sinfonischen Werken, die der französische Dirigent Francois-Xavier Roth an seiner Kölner Wirkungsstätte mit Philippe Manoury als «Komponist für Köln» initiiert hat und die als große deutsch-französische Koproduktion mit Gürzenich-Orchester Köln, Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie de Paris und IrcAM entsteht.

In dem oratorischen Werk für Soli, Schauspieler, Vokalensemble, Laienchor, räumlich aufgeteiltes Orchester und Live-Elektronik zieht Philippe Manoury die Summe seiner Forschungen auf dem Gebiet der Elektronik und der raummusik. Eine besondere Bedeutung kommt darin einer vom Komponisten am Pariser IrcAM entwickelten Software zu, die neuartige Wechselwirkungen zwischen gesprochener Sprache und Musik ermöglicht. Deren Potenziale werden hier erstmals nicht nur im Zusammenhang mit Sprech- und solistischen Gesangstimmen genutzt, sondern mit dem Vermögen eines großen Vokalensembles. Das abendfüllende Werk kreist inhaltlich um eine zeitgenössische Odyssee auf der Suche nach der utopie eines vielsprachigen, grenzenlosen Europas – ein Schatz, der durch die gegenwärtigen politischen Entwicklungen verloren zu gehen droht. Bei der Konzeption der textgrundlage und der Form arbeitet Philippe Manoury erneut mit Nicolas Stemann zusammen.