deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

L’Instant Donné et les neue Vocalsolisten

8-9.2.2015 – Festival Eclat – Stuttgart

Infolge eines ersten Zusammenschlusses von L’Instant Donné und den Neuen Vocalsolisten haben die beiden Ensembles beschlossen, ihre Kollaboration dauerhaft fortzuschreiben. Das neue Projekt von Ramon Lazkano ‚Ceux à qui‘, über ein Gedicht von Edmond Jabès, das eigens für L’Instant Donné und die Neuen Vocalsolisten geschrieben wurde, bekam den Preis der Fondation Coupleux-Lasalle. Dieser Preis setzt sich für musikalische Kompositionen ein, insbesondere im Bereich Gesangskomposition. Die sechs Sänger und acht Instrumentalisten versuchen sich an einem Dialog und musikalischen Ausdruck, in dem das Gedicht Schritt für Schritt mit der Musik verschmilzt. Zu Beginn stockt der Instrumentenpart, der die Gesangsstimmen unterstützt, immer wieder hoffnungslos und wird von gestotterten und brüchigen Textpassagen begleitet. Das Stück von Johannes Boris Borovski wurde für drei verschiedene Ensemblearten konzipiert: für ein Vokalensemble, ein Klavieduo und ein Streichquartett. Die Texte wurden von der Regisseurin Maryna Vroda erarbeitet und sind in einer alltäglichen Sprache verfasst. Der Text thematisiert den Konflikt zwischen Heteronomie und Autonomie in zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Inhalt wird jedoch nicht auf philosophische oder politische Weise dargestellt; die Antinomie dient hauptsächlich als dramaturgische Grundlage und ermöglicht statt einem systematischen einen extrem kontrastierenden musikalischen Dialog, der Raum für unlogische und absurde Aspekte offen lässt.

Photo @ Suzanne Brun

V. Teil der Gesprächsreihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“

Am 21. Januar um 19 Uhr findet die fünfte Veranstaltung unserer Gesprächsreihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“ mit einem Auftritt des Ensemble KNM Berlin statt.

Das Thema des fünften „Salons“ ist: „2013 – 2050: Neue Debatten, alte Klischees“

Dieses Gespräch ist der gegenwärtigen Situation in der zeitgenössischen Musik gewidmet. Wie arbeitet die junge Komponistengeneration in Deutschland, wie in Frankreich, welche Tendenzen und Strömungen gibt es, auf welche Tradition bezieht man sich oder wovon will man sich abgrenzen?

In Deutschland werden Töne laut, dass sich alles ändern müsse und sich so und so schon alles geändert hat, durch das Internet, durch veränderte Hörgewohnheiten. Die neue Musik, wie es sie einmal gab, habe abgewirtschaftet. Diskutiert werden Begriffe wie „Gehaltsästhetische Wende“, „Diesseitigkeit“, „Neuer Konzeptualis­mus“… – die Generation jüngerer Komponisten will eine neue Epoche einläuten, die Epoche nach der neuen Musik. Und in Frankreich bereitet man sich auf den Tod des alten Königs vor und es beginnt das Tauziehen, wer der neue wird, nach Boulez. Natürlich soll erst einmal alles über den Haufen geworfen werden, wofür bisher der Name Boulez steht, ein Anti-Boulezimus. Es soll also wieder tonal komponiert werden, mit sangbaren Melodien und für (und nicht gegen) das Publikum.

Doch warum haben es die jungen Komponisten im jeweils anderen Land besonders schwer, aufgeführt, geschweige akzeptiert zu werden? Inwieweit ähneln sich die gegenwärtigen Diskussionen – worin unterscheiden sie sich? Wir führen dieses Gespräch mit zwei Komponisten und Kompositionslehrern aus beiden Ländern – und dem ausgewiesenen Spezialisten der Musikgeschichte und der Geschichte des Hörens in beiden Ländern Martin Kaltenecker.

Moderation: Uli Aumüller

Gesprächspartner: Manos Tsangaris, Hochschule für Musik Dresden/Münchener Biennale, Jean-Luc Hervé, Komponist, Martin Kaltenecker, Université Paris VII

Horia DumitracheTheo Nabicht und Kirsten Maria Pientka vom Ensemble KNM Berlin spielen von Bruno Mantovani „Metal“ für Klarinette und Bassklarinette, von Raphael Cendo „Decombré“ für Kontrabassklarinette und Elektronik und von Martin Schüttler „schöner leben 5 (Nix verstehen ist besser als gar nichts.“ – M.K.) für präparierte Viola mit Verstärkungen und Zuspielungen.

Klangregie: Andre Bartetzki

IV. Teil der Gesprächsreihe “Hören wir mit anderen Ohren? ” im Institut français

Am 4. Dezember um 19 Uhr findet die nächste Veranstaltung unserer Reihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“ statt.

Der 4. Teil widmet sich dem Thema: Musique concrète auf Deutsch.

Bereits 1943 begann der Komponist und Ingenieur Pierre Schaeffer mit ersten Experimenten, auf der Basis von Originaltonaufnahmen Musik zu gestalten. Die von ihm so genannte musique concrète bildete mehrere Schulen aus, die auf das französische Musikleben einen großen Einfluss ausübten. Noch heute kommt in Frankreich ein Komponist von Rang und Namen ohne ein Jahr der Forschung oder Ausbildung im GRM oder IRCAM in seiner Vita nicht aus. In Deutschland hingegen hat diese Musik längst nicht in vergleichbarem Umfang eine Förderung erfahren – abgesehen von ihrer Resonanz in der Clubkultur. Helmut Lachenmann wurde berühmt, als er die Denkweisen der musique concrète auf Spiel- und Kompositionstechniken für traditionelle Musikinstrumente übertrug – der von ihm sogenannten musique concrète instrumentale. Aber beruht sein Bezug auf die musique concrète nicht möglicher Weise auf einem Missverständnis? Ein produktives Missverständnis vielleicht, das viele Nachahmer und Schüler gefunden hat. Prof. Martin Zenck hat sich ausführlich mit der Musik von Helmut Lachenmann und seinem Einfluss auf die Neue Musik beschäftigt. Und in dem in Berlin lebenden Komponisten Mark Andre werden aktuell beide Entwicklungen, die deutsche und die französische, vereinigt: Elektroakustik und musique concrète instrumentale.

Moderation: Uli Aumüller

Gesprächspartner: Prof. Dr. Martin Zenck, Institut für Musikforschung, Universität Würzburg (Schwerpunkt Neue Musik, Ästhetik und Medien), Mark Andre, Hochschule für Musik Dresden.

Konzept: Uli & Sophie Aumüller.

Moderation: Uli Aumüller.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, Konsekutivübersetzung ins Französische.

Institut Français Berlin,
Kurfürstendamm 211 ,
10719 Berlin

Faithful! II – Treue & Verrat der musikalischen Interpretation

Das Festival Faithful! II, dass sich mit dem Thema „Treue und Verrat der musikalischen Interpretation“ auseinandersetzt, findet vom 13. bis 23. November statt. Der deutsch-französische Teil wird von Impuls neue Musik unterstützt.

Aus Frankreich sind eingeladen: das Ensemble Multilatérale, Quartett Tana sowie die Cellistin Séverine Ballon, die Ihr Projekt „Mobile performance im Kunstraum: Musik und die bildende Künste“ präsentiert. Sie wird Werke von Franck Bedrossian und Thierry Blondeau zur Aufführung bringen.

 

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie hier.

8. Jurysitzung: Die Entscheidung der Jury

Am 21. Oktober 2014 fand die 8. Jurysitzung des Deutsch-französischen Fonds für zeitgenössische Musik / Impuls neue Musik in Anwesenheit des Kulturbeauftragten der französischen Botschaft Emmanuel Suard und des Direktor des Bureau Export Fabrice Rebois in der Maison de France statt.

Seit mehr als fünf Jahren begleitet und finanziert Impuls neue Musik anteilig Projekte, die die Schaffung neuer Werke und die Verbreitung zeitgenössischer Musik in Frankreich und Deutschland zum Ziel haben. Im Kern Deutsch-Französisch basieren die Projekte auf dem Austausch zwischen Musikern, Werken und Ästhetiken der beiden Länder. Seit diesem Jahr arbeitet Impuls mit der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S zusammen und plant eine Deutsch-Französische Musikerresidenz auf Gut Siggen.

Dieses Jahr wurden 12 Projekte aus 26 Projektanträgen von der Jury ausgewählt.

Am 21. Oktober vergab die Jury eine Gesamtfördersumme von 99.965 € für folgende Projekte:

  • Caravaggio / Decoder, Sphota, coopérative d’invention musicale (Hambourg / Paris 2015)
  • Rencontre Court-circuit / Cottbus Orchester. Ensemble court-circuit (Résidence     Gut Siggen) (Gut Siggen / Berlin / Paris)
  • Opus XXI, Hochschule für Musik und Theater Hamburg / Association Opus XXI (Salem 2015)
  • Stérésoscope des solitaires, KNM Berlin (Reims 2015)
  • Concert Bernd Alois Zimmermann: Requiem pour un jeune poète, IRCAM (Paris 2015)
  • Portrait Gérard Pesson, Kulturforum Witten (Witten 2016)
  • Bad, Zafraan Ensemble e.V, (Berlin / Salzburg 2015)
  • Hommage à Georges Aperghis, KBB / Berliner Festspiele / Maerzmusik,           (Berlin 2015)
  • Voix, Quatuor et Création, ProQuartet-CEMC, (Paris / Elmau 2015)
  • Concert et colloque Musica/GREAM, Musica / Université de Strasbourg / Labex GREAM, (Strasbourg 2015)
  • Camera Obscura / Lucida, DEDALUS, (Paris / Berlin 2015)
  • L’Instant Donné et les Neue Vocalsolisten, L’Instant Donné, (Stuttgart 2015)

III. Teil der Gesprächsreihe „Hören wir mit anderen Ohren?“ Institut français

am 4. November um 19 Uhr findet die nächste Veranstaltung unserer Reihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“ statt.

Der 3. Teil widmet sich dem Thema: 1945 – 2014: Elektroakustische Musik diesseits und jenseits des Rheins

Kurz nach dem 2. Weltkrieg begann der Komponist und Toningenieur Pierre Schaeffer in den Studios des Französischen Rundfunks an einer Musik zu arbeiten, die nur mit den technischen Möglichkeiten der Klangmanipulation auf der Grundlage „konkreter“ Geräuschaufnahmen auf Schallplatte und später mit Tonbandgeräten entstand. Daraus entstand 1958 die Groupe de Recherches musicale (GRM), die bis heute fortbesteht. 1951 wurde auch auf der anderen Seite des Rheins ein Studio für elektronische Musik in den Kölner Räumen des WDR gegründet. 1977 folgte in Paris die Eröffnung des IRCAM – der weltweit wohl größten Forschungseinrichtung für den Einsatz elektronischer und digitaler Techniken. 1971 nahm das „Experimentalstudio der Heinrich-Strobel-Stiftung“ in Freiburg seinen Betrieb auf. Liest man die Selbstdarstellungen dieser Institutionen im Bereich Neuer Musik und Elektroakustik, fühlt man sich oft in den Anfang des 19ten Jahrhunderts zurückversetzt und an die musikästhetischen Ideen von E.T.A. Hoffmann oder Héctor Berlioz erinnert. Hoffmann etwa fabulierte über den „Wunderraum der Klänge“ (bei Beethoven), der seine Zuhörer in ein „akustisches Zauberreich“ entführe, das er auch mit religiösen, transzendentalen Qualitäten ausstattete. Ähnliche Begriffe verwenden die elektroakustischen Studios noch heute – vielleicht weil sie 200 Jahre nach Hoffmann und Berlioz, 100 Jahre nach Wagner hoffen, deren musikalische Träume mit den unendlichen Möglichkeiten neuester Klangtechnologie einlösen zu können. Aber besteht tatsächlich noch ein Spielraum für neue Klänge oder gar Klangwelten, besteht die Notwendigkeit für ein neues Hören? – Und überhaupt: Haben Franzosen und Deutsche in Sache elektroakustischer Musik andere Ohren, bei deren Erfindung die Franzosen die Nase eindeutig vorne hatten?

Gesprächspartner: Christian Zanési, Ina GRM; Detlef Heusinger, Experimentalstudio des SWR

Konzept: Uli & Sophie Aumüller.

Moderation: Uli Aumüller.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, Konsekutivübersetzung ins Französische.

 

Institut Français Berlin,
Kurfürstendamm 211 ,
10719 Berlin

Eintritt: 6 € /erm. 4 € ,

Abendkasse und Bar: ab 18.30 Uhr

 

Information und Kartenreservierung:
Tel. 030 – 885 902 45 oder reservations@impulsneuemusik.com
www.impulsneuemusik.com

 

Eine Reihe von Impuls neue Musik in Kooperation mit Institut Français und Ensemble KNM Berlin.

Mit Dank an die Medienpartner RBB Kulturradio und taz.

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Wolfgang Rihm wurde mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet

Der deutsche Komponist Wolfgang Rihm, 1952 in Karlsruhe geboren, wurde mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet. Der Orden wurde ihm in Berlin am 7. Oktober 2014 vom Bundespräsidenten Joachim Gauck überreicht.


Wolfgang Rihm gehört genauso wie Helmut Lachenmann oder Mauricio Kagel zu den  bedeutensten lebenden Komponisten Deutschlands und seine sind oft Teil der von Impuls gefördeten Projekte.

Wolfgang Rihm studierte in Karlsruhe und Freiburg im Breisgau, unter anderem bei Eugene Velte, Wolfgang Fortner und Karlheinz Stockhausen und hat zahlreiche Werke für Musiktheater, Orchester, Gesang und Kammermusik komponiert. Er gilt als einer der produktivsten Komponisten seiner Generation.

Momentan ist er Professor für Komposition am Konservatorium Karlsruhe. Außerdem schreibt er regelmäßig Essays über Musik und äußert sich als kritische Stimme zu kulturpolitischen Themen.

 

Photo © Universal Edition / Eric Marinitsch

II. Teil der Gesprächsreihe „Hören wir mit anderen Ohren?“ im Institut français

Am Freitag, den 10. Oktober um 19 Uhr findet die nächste Veranstaltung der Gesprächsreihe zur Erkundung der deutsch-französischen Musikwelt.

Der 2. Teil widmet sich dem Thema: „1789 – 1914: Konzertsaal und nationale Identität“.

Die geladenen Gäste Ulrich Mosch (Universität Genf) und Mathieu Schneider (Universität Strasburg) werden im Gespräch mit Moderator Uli Aumüller auf die Facetten der deutschen und französischen klassischen Musik im 19. Jahrhundert eingehen.

In Deutschland entsteht schon zu Beginn des 19ten Jahrhunderts eine Fülle regionaler kultureller Aktivitäten mit Theatern, Opernbühnen und Konzertpodien. Sie bilden die Grundlage für die größte Theater- und Orchesterdichte bis zum heutigen Tage weltweit. Diesen Musikmarkt beliefern Komponisten wie Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms und Wagner. Sie werden zu Ikonen nationaler Identität, ihre Werke finden im Laufe des Jahrhunderts Eingang in den Kanon klassisch-romantischer Musik.
In Frankreich dagegen konzentriert sich das Musikleben auf die Kapitale Paris. Dieser einzigartige großstädtische Musikbetrieb basiert im Vergleich zu Deutschland auf vollkommen anderen Produktionsbedingungen und Bedürfnissen. Aber warum ist vom Repertoire französischer Musik des 19ten Jahrhunderts abgesehen von Bizet und Berlioz so wenig in den deutschen Kanon übernommen worden? Und warum werden die Werke französischer Komponisten dieser Zeit auch heute in Frankreich so selten gespielt?
Hat das etwas damit zu tun, dass sich ausgehend vom protestantischen Norden in Deutschland ein schweigendes Publikum in Konzertsaal und Oper etablierte, das den Musikaufführungen in fast religiöser Andacht lauschte, wohingegen das urbane Pariser Publikum in erster Linie von der Musik unterhalten werden wollte und sich auch selbst unterhielt, die Komponisten in Frankreich also mit ganz anderen sozialen Rahmenbedingungen konfrontiert waren als ihre deutschen Kollegen? Oder handelt es sich bei dieser Vermutung wiederum nur um einen Nachhall antifranzösischer, deutscher Propaganda, einen Nebenschauplatz der deutsch-französischen Kriege von 1870/71, von 1914 bis 1918 oder von 1939 bis 1945? Deutsche Tiefe versus französische Oberflächlichkeit?
Zu diesem Thema sind zwei Fachleute eingeladen, die weder aus Deutschland noch aus der französischen Metropole stammen – und von daher zum Gegenstand des Abends einen gewissen Abstand einnehmen können. Dr. Ulrich Mosch ist „Professeur ordinaire“ an der „Faculté des Lettres – Département d´histoire de l´art et de musicologie“ der Universität in Genf – einem Landstrich in der Schweiz also, in dem sowohl Französisch wie Deutsch gesprochen wird. Mathieu Schneider ist „maître de conférence en musicologie à l’Université de Strasbourg“ im Elsass und hat unter anderem die viel beachtete Ausstellung „Aus gallischer Sicht. Wagner vu de France“ gestaltet, die in Bayreuth, Berlin und Strasbourg gezeigt wurde. Es dürfte also an diesem Abend auch interessant sein zu erfahren, wie Französisch die Musik Richard Wagners.

Eine Reihe von Impuls neue Musik in Kooperation mit Institut Français und Ensemble KNM Berlin.

Mit Dank an die Medienpartner RBB Kulturradio und taz.

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50-Jähriges Jubiläum der Stiftung Royaumont

50-Jähriges Jubiläum der Unterstützung von zeitgenössischer Musik im Kloster Royaumont.

Anlässlich des 50-jährigen Gründungjubiläums organisiert die Stiftung Royaumont dieses Jahr ein Programm des deutsch-französischen Austauschs.

Das Ensemble Recherche wird am 27. September im Rahmen der Veranstaltung „Nuit de la création“  an „Here the deities approve“ teilnehmen. 25 Kompositionen von Komponisten, die mit Royaumont in Verbindung stehen, werden dargeboten. Dieser Tag bildet den Kern der 50-jährigen Jubiläumsfeier.

Die Stiftung gibt sowohl dem Ensemble Recherche, als auch den neuen Vokalsolisten und dem Quatuor Diotima die Möglichkeit, an einer Session außergewöhnlicher Musik teilzunehmen: Vom 8. bis zum 28. September werden 15 jugendliche Komponisten neue Werke für die 3 Formationen schreiben, welche am Sonntag, den 28. September dargeboten werden.

Diese Veranstaltungen werden von Impuls gefördert.

 

 

Vte Teil: 2013 – 2050: Neue Debatten, alte Klischees

Mit: Jean-Luc Hervé, Komponist, Manos Tsangaris, Hochschule für Musik Dresden/Münchener Biennale, Martin Kaltenecker, Université Paris VII

Jean-Luc HFoto_Jean-Luc Hervéervé wurde 1960 geboren; er studierte am Pariser Konservatorium (Conservatoire Supérieur de Musique de Paris), wo er Bekanntschaft mit Gérard Grisey machte. Hier wird ihm sein erster Kompositionspreis verliehen. Seine Doktorarbeit in Ästhetik sowie seine Forschungsarbeiten am IRCAM haben ihn zur theoretischen Reflektion über seine Arbeit als Komponist angeregt; sein Wohnsitz in der Villa Kujoyama in Kyoto stellten einen großen ästhetischen Schock und einen maßgeblichen Wendepunkt in seinem Werk dar. Sein Stück für das Orchester Ciels erhielt im Jahr 1997 den Goffredo Petrassi-Preis. Im Jahre 2003 wurde er vom DAAD für einen Aufenthalt nach Berlin eingeladen. 2004 gründet er zusammen mit Thierry Blondeau und Oliver Schneller die Initiative Biotop(e). Aufführungen seiner Werke durch Orchestre National de France, Orchestre Philharmonique de Radio France, Orchestra sinfonica dell’Emilia-Romagna „Arturo Toscanini“, Instant Donné, Court-Circuit, Ensemble Intercontemporain, 2 E2m, Contrechamps, Berliner Symphonie Orchester, KNM Berlin, Musik Fabrik, Orchestra della Toscana. Er ist Kompositionslehrer am Conservatoire de Boulogne-Billancourt.

 

Manos Tsangaris Foto_Manos Tsangaris_Foto(*1956), Komponist, Trommler und Installationskünstler, zählt zu den bedeutendsten Vertretern des neuen Musiktheaters. Seine Werke finden international Beachtung und wurden u.a. auf zahlreichen renommierten Festivals aufgeführt. 2009 wurde er zum  Professor für Komposition an die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden berufen, im selben Jahr zum Mitglied der Akademie der Künste Berlin gewählt (in 2011 zum Direktor der Sektion Musik). Seit 2010 ist er Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste.
Im Studienjahr 2012/13 war Tsangaris Artist In Residence der Zürcher Hochschule der Künste, seit Oktober 2012 ist er designierter künstlerischer Leiter der Münchener Biennale für Neues Musiktheater ab 2016 (zusammen mit Daniel Ott).
Er gründete im Jahr 2009 das „Internationale Institut für Kunstermittlung“ (www.iike.de).
Forschungen auf dem Gebiet der szenischen Anthropologie.
Seit den 1970er Jahren hat Manos Tsangaris immer wieder innerhalb unterschiedlicher künstlerischer Formate die Bedingungen der Aufführung zum wesentlichen Gegenstand von Komposition gemacht.

 

Foto_Martin Kaltenecker

Martin Kaltenecker lehrt Musikästhetik und Musik des 20. Jahrhunderts an der Universität Paris Diderot-Paris 7. Er war Mitherausgeber der Zeitschrift für neue Musik Entretemps (1986-1992) und arbeitete als Übersetzer, sowie am Rundfunk. 2006/07 war er Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Er veröffentlichte La Rumeur des Batailles (Paris 2000), Avec Helmut Lachenmann (Paris 2001) und L’Oreille divisée. Les discours sur l’écoute musicale aux XVIIIe et XIXe siècle (Paris 2001). Er ist Mitherausgeber der Bände Penser l’Œuvre musicale au XIXe siècle : avec, contre ou sans l’histoire ? (Paris 2006) und Pierre Schaeffer. Les Constructions impatientes (Paris 2012). Letzte Veröffentlichung: „ Pierre Schaeffers Theologie des Hörens“, Musik & Ästhetik, Juli 2014

 

Uli Aumüller_swUli Aumüller, geb. 1961, führte eine Ausbildung als Tontechniker und das Studium der Biologie und Neuen Deutschen Literatur zuerst an das Theater (München, Landshut, Mühlheim an der Ruhr, Bruchsal) und dann zum Hörspiel. Seit dem Umzug nach Berlin Anfang der 90er Jahre lebt er als freier Autor und Regisseur von Hörfunkfeatures über zeitgenössische Musik (u.a. Deutschlandfunk Deutschlandradio Berlin, BR, HR, WDR, RBB, SWR), seit 1993 auch für das Fernsehen. 1992 Gründung der inpetto filmproduktion. Zuletzt stellte Uli Aumüller ein filmisches Porträt des Komponisten Mark Andre für die Stuttgarter Oper, WDR und SWR fertig („Ringen um die Gegenwart – Mark Andres Oper ‚wunderzaichen‘“).

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I Teil: 1750 bis 1828: Die Geburtsstunde bürgerlicher Kunstmusik
Mit: Brice Pauset, Hochschule für Musik Freiburg, Iris ter Schiphorst, Universität der Künste Berlin, Herbert Schneider, Mainz

 

Brice Pauset (c) C. Daguet+Editions Henry Lemoine_swBrice Pauset 1965 in Besançon (Frankreich) geboren, studierte zunächst Klavier, Violine, Cembalo, Analyse und mittelalterliche Philosophie, ehe er sich dem Komponieren zuwandte und in Paris bei Michel Philippot, Gérard Grisey und Alain Bancquart in die Lehre ging. Es folgten weitere Studien bei Franco Donatoni in Siena und bei Brian Ferneyhouth in Royaumont, außerdem ein Lehrgang in musikalischer Informatik am IRCAM. Brice Pauset, der auch regelmäßig als Hammerflügelspieler und Cembalist konzertiert, arbeitet mit namhaften Orchestern, Ensembles und Solisten zusammen. Seine Werke erklingen auf den großen internationalen Musikfestivals, u.a. dem Festival d’Automne à Paris, Wien Modern, Musica Viva München, den Donaueschinger Musiktagen sowie den Wittener Tagen für neue Kammermusik. Während der Saison 2004/2005 war er Composer in residence an der Mannheimer Oper. 2011 stand Brice Pauset und sein Werk im Zentrum der Weingartener Tage für Neue Musik. Seit 2008 ist Brice Pauset Professor für Komposition an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau. Er lebt in Freiburg und Berlin.

 

Iris ter Schiphorst(c)Susanne Tessa MüllerIris ter Schiphorst wurde in Hamburg geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Pianistin studierte sie Theater-, Kulturwissenschaften und Philosophie in Berlin und besuchte Seminare bei Dieter Schnebel, Luigi Nono und Helga de la Motte. Gleichzeitig befasste sie sich intensiv mit elektronischer Musik und Sample-Techniken. In den Jahren 1996-2001 verband sie eine intensive Zusammenarbeit mit dem Komponisten Helmut Oehring, aus der zahlreiche Kompositionen hervorgegangen sind. Iris ter Schiphorst erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. Ihr umfangreiches Werkverzeichnis umfasst alle Gattungen. Dabei haben ihre langjährigen Erfahrungen als Musikerin (zunächst im klassischen Bereich als Pianistin, später als Bassistin, Schlagzeugerin, Keyboarderin und Tontechnikerin in unterschiedlichsten Rock- und Popformationen) ihre Haltung zum Komponieren und ihre Auffassung von Musik entscheidend geprägt. Ihre Werke werden international aufgeführt, u.a. auf den Festivals in Donaueschingen, Witten, Helsinki, Paris, München, Basel etc. Zurzeit lehrt sie Komposition an der Universität der Künste Berlin und betreut dort die Reihe „Neue Musik im Diskurs“ des Instituts für Neue Musik Klangzeitort.

Herbert SchneiderrHerbert Schneider, emeritierter Professor der Universität des Saarlandes, hat Schulmusik, Romanistik und Pädagogik studiert. Nach dem Referendariat begann seine Hochschullaufbahn mit der Assistentenstelle am Musikwissenschaftlichen Institut in Mainz, wo er sich 1979 habilitierte. Er begleitete Professuren an den Universitäten Bayreuth und Heidelberg, an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst und Frankfurt und zuletzt an der Universität des Saarlandes. Er ist Herausgeber der Musikwissenschaftlichen Publikationen (bisher erschienen mehr als 40 Bände) und der kritischen Ausgabe der Werk von Jean-Bapiste Lully (mit J. de La Gorce). Seine Forschungsschwerpunkte sind die Musiktheorie, die französische Musik seit dem 17. Jahrhundert und die deutsch-französischen Musikbeziehungen. Zuletzt gab er zwei Bände Olivier Messiaen. Texte, Analysen Zeugnisse (mit W. Rathert und K.A. Rickenbacher) und drei Bände Antoine Reicha, Écrits inédits et oubliés/Unbekannte und unveröffentlichte Schriften (mit H. Audéon und A. Ramaut) heraus.