deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

Uraufführung von Pascal Dusapin

Die neue Komposition „Disputatio“ von Pascal Dusapin, geschrieben für die Sängerinnen und Sänger des RIAS Kammerchores und die Mitglieder des Münchener Kammerorchesters, trifft am 6. Juni 2015 um 20 Uhr in der Berliner Philharmonie (Kammermusiksaal) auf das „Geistliche Lied“ op. 30 von Johannes Brahms und die selten zu hörende Kammerfassung des Requiems von Maurice Duruflé aus dem Jahr 1961. Der Kompositionsauftrag von RIAS Kammerchor und Münchener Kammerorchester wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung finanziert.

Pascal Dusapins „Disputatio“ basiert auf einem Text des frühmittelalterlichen englischen Theologen und Gelehrten Alkuin (735–804). Alkuin, mehrere Jahre lang der einflussreichste Berater Karls des Großen in Staats- und Kirchenfragen, gilt als einer der ersten Verfechter der Idee einer genuin europäischen Identität. „Die Disputatio ist eine Übung in Form eines Dialogs zwischen Meister und Schüler, die auf Prinzipien des Rätsels, des Spiels und der Fabel beruht und dazu dient, den Schüler zum  Nachdenken über seinen Gebrauch der Sprache anzuregen und ihn an die theologischen Fragen heranzuführen. Ich liebte diesen eigenartigen Text mit seinem originellen Bildungs- und Gedankenansatz sofort und habe lange überlegt, wie ich ihn würde verwenden können. Der gemeinsame Auftrag des RIAS Kammerchores und des Münchener Kammerorchesters gab mir den idealen Rahmen für die Komposition.“ Chormusik spielt in Dusapins Werk seit langem eine wichtige Rolle, sei es a cappella, in Verbindung mit einem Orchester oder in der Oper. „Für die Stimme zu schreiben erscheint mir ebenso natürlich wie zu atmen“, erklärt Dusapin. „Ehrlich gesagt mache ich beim Komponieren gar keinen Unterschied mehr zwischen Instrument und Stimme – alles ist Singen…“.
Mehr Informationen zum Konzert und Kartenreservierung hier.

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Samstag 6. Juni 2015

20 Uhr

Berliner Philharmonie (Kammermusiksaal)

RIAS Kammerchor
Münchener Kammerorchester

Alexander Liebreich Dirigent

Stella Doufexis Mezzosopran

Stephan Genz Bariton

Knaben des Staats- und Domchors Berlin

Johannes Brahms
Geistliches Lied op.30

Pascal Dusapin
Disputatio – Uraufführung eines Auftragswerks des RIAS Kammerchors und des Münchener Kammerorchesters finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Maurice Duruflé
Requiem op. 9 (Fassung für Kammerorchester)

Dusapin (c) Philippe Gontier

VII. Teil der Gesprächsreihe “Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik”

Die interessante und weitreichende Diskussion zum Festivalleben mit Heiner Goebbels und Eric Denut liegt erst kurz zurück, schon folgt das nächste Salongespräch in unserer Reihe „Hören wir mit anderen Ohren?“. So laden wir herzlich zum nächsten Salon am kommenden Mittwoch, den 3. Juni um 19 Uhr ins Institut Francais Berlin ein.

Unter dem Titel „Wie wird man Komponist?“ sind an diesem Abend die Ausbildungssysteme von Komponisten in Deutschland und Frankreich Thema der Diskussion.

Junge Menschen können innerhalb Europas überall frei studieren, und in den Kompositionsklassen sind Studenten aus aller Welt zu finden. Sie stehen allerdings vor der Wahl zwischen starken nationalen Unterschieden in der Lehre.

Die zwei ausgewiesenen Spezialisten  Jörg Mainka (Komponist und ehemaliger Prorektor der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin) sowie Henry Fourès (Komponist und ehemaliger Leiter des Conservatoire National Supérieur in Lyon) beleuchten in diesem Salon, was Kompositionsstudenten an einer deutschen Musikhochschule und was sie an einem Conservatoire in Frankreich lernen.

Ein guter Teil des Abends ist der Diskussion mit dem Publikum gewidmet.

Das Ensemble KNM Berlin spielt Werke von Frédéric PattarHenry Fourès, Jörg Mainka sowie Constantin F. Stimmer.

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Mittwoch, 3. Juni 19 UhrWie wird man Komponist? Hochschule oder Conservatoire? Musikausbildung diesseits und jenseits des RheinsInstitut Français Berlin
Kurfürstendamm 211
10719 BerlinEintritt: 6 € / erm. 4 €

Abendkasse und Bar:
ab 18.30 Uhr

Dauer: jeweils ca. 90 Minuten

Information und Kartenreservierung:
Tel. 030 – 885 902 45 oder
reservations@impulsneuemusik.com

Konzept: Uli & Sophie Aumüller

Ensemble KNM Berlin

Gudrun Reschke, Oboe
Frank Gutschmidt, Klavier
Alexandre Babel, Schlagwerk
Kirstin Maria Pientka, Viola
Cosima Gerhardt, Violoncello
Programm:Jörg Mainka
transformation tournante  05’   2010
Musik für Oboe, Violoncello und KlavierHenry Fourès
Lob der Ferne  12’
2012 (Excerpt)
Duo für Viola oder Violine und SchlagzeugConstantin F. Stimmer
Pastorela  5’   2010/15
für Violoncello und KlavierFrédéric Pattar
Exil     2011
für Violoncello solo

Weitere Informationen gibt es hier.

Pressekontakt:
pr: kunst kultur projekte berlin
Barbara Gstaltmayr
barbara.gstaltmayr@berlin.de

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, Konsekutivübersetzung ins Französische.

Eine Reihe von Impuls neue Musik in Kooperation mit Institut Français und Ensemble KNM Berlin. Mit Dank an die Medienpartner RBB Kulturradio, taz, berlinPoche und visitBerlin. Mit freundlicher Unterstützung von Sofitel.

OPUS XXI(c)IsabelleReplumaz

Bernd Alois Zimmermann: „Requiem für einen jungen Dichter“

Am 2. Juni wird in der neuen  Pariser Philharmonie Bernd Alois Zimmermanns Mammutwerk „Requiem für einen jungen Dichter“ aufgeführt. Impuls neue Musik unterstützt diese Großtat, an der deutsche und französische Künstler und Ensembles mitwirken.


Im „Requiem für einen jungen Dichter“ zieht Zimmermann  die Summe: die Summe der eigenen Biographie, die Summe aber auch der geistigen Situation seiner (Lebens-)Zeit, der rund fünfzig Jahre zwischen der Oktoberrevolution und dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in der Tschechoslowakei. Das in der Hauptsache zwischen 1967 und 1969 entstandene „Requiem für einen jungen Dichter“ ist die umfassende Verwirklichung des großen Oratorienprojektes, das Zimmermann seit der Mitte der fünfziger Jahre beschäftigte, und zugleich die intensivste Einlösung des vom Komponisten so genannten „pluralistischen“ Musikdenkens.Mit dem Requiem, diesem „Lingual“, wie Zimmermann sein Werk nannte, wird das diesjährige Festival Manifeste 2015 eröffnet. Davor erklingt das von Yves Kleins Monochromen inspirierte Stück „Photopsosis“.

Bernd Alois Zimmermann, Oktober 1954 (c) Schott Promotion

Emmanuel Hondré : neues Jurymitglied für Impuls neue Musik

Wir freuen uns, Ihnen mitzuteilen, dass Emmanuel Hondré ab sofort Mitglied der Jury von Impuls neue Musik ist und somit den Platz von Cristina Rocca einnimmt. Wir freuen uns sehr auf diese Bereicherung für Impuls neue Musik.

Der Musikwissenschaftler und Flötist Emmanuel Hondré ist Leiter der gesamten Musik- und Bühnenprogramme in der Philharmonie Paris und lehrt u.a. an der Universität von Versailles.

Impuls in den Medien

Anlässlich der Weiterführung der musikalischen Gesprächsreihe « Hören wir mit anderen Ohren » beschäftigt sich die Presse mit Impuls neue Musik. In der aktuellen Ausgabe von Berlin Poche findet sich ein Interview mit Sophie Aumüller, online kann man es hier lesen:

Zum Artikel auf „Berlin poche

Am 21. Mai erscheint in Rondo ein Artikel von Margarete Zander zu den deutsch-französischen Salons im Institut Français Berlin.

Wir wünschen gute Lektüren!

AUSSCHREIBUNG 2015

Am 28. August 2015 endet die diesjährige Antragsfrist für Projektanträge von Impuls neue Musik. Förderwürdig sind Musikprojekte aus dem Bereich der zeitgenössischen Musik, die den Austausch von Musikern, Komponisten, Programmen, Ästhetiken beider Länder ins Zentrum des Projekts stellen. Die genauen Förderrichtlinien und das aktuelle Antragsformular finden Sie hier. Wenn Ihr Projekt unseren Kriterien entspricht, schicken Sie Ihren Antrag bitte bis spätestens 28. August per Post an:

Impuls neue Musik

Sophie Aumüller

Kurfürstendamm 211

D-10719 Berlin

Es gilt der Poststempel.

Gleichzeitig muss der Online-Antrag fristgerecht versandt werden an berlin2@french-music.org

VI. Teil der Gesprächsreihe “Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik”

Nach den erfolgreichen fünf Salongesprächen im Jahr 2014 führen Impuls neue Musik und das Institut Français Berlin ihre Reihe zur deutsch-französischen Freundschaft in der Musik fort.

Herzlich laden wir zum 6. Salongespräch am 19. Mai um 19 Uhr ein. Unter dem Titel „Uraufführungen um jeden Preis? Macht und Ohnmacht der Musikfestivals“ sprechen der Komponist und ehemalige Leiter der Ruhrtriennale Heiner Goebbels und der Musikwissenschaftler Eric Denut mit Uli Aumüller über die gegenwärtige Lage und Bedeutung der Festivals neuer Musik in Deutschland und in Frankreich. Welche Rolle spielen sie im internationalen Musikbetrieb, wer finanziert sie, welches Publikum sprechen sie an? Manche dieser Festivals haben sich zu wahren Publikumsmagneten gemausert – andere erreichen nur exquisite Fachkreise. Im Bereich der neuen Musik spricht man von einem Festivalkarussell, für das ein neues Werk nach dem anderen produziert wird – und das nach der Uraufführung meistens wieder in Vergessenheit gerät.

Wo aber werden die Werke neuer Musik wieder aufgeführt – gibt es neben dem Hochgebirge der Festivals auch so etwas wie eine Ebene, das Abonnementkonzert, Konzertreihen für Liebhaber? Bei den meisten Festivals spielen multimediale Inszenierungen zunehmend eine Rolle, für eine parallele Übertragung im Rundfunk sind sie jedoch oftmals nicht geeignet. Da aber viele der bedeutenden Festivals durch Rundfunksender finanziert werden, stellt sich natürlich die Frage: müssten die Werke dann nicht auch „medientauglich“ sein? Auch die Wiederholung der Inszenierungen wird immer schwieriger, da sich nur Festivals aufwändige Aufführungen leisten können. Und schließlich: müssen Festivals in den Medien überhaupt präsent sein?

Konzept: Uli & Sophie Aumüller
Eintritt: 6 € / erm. 4 €

Abendkasse und Bar:
ab 18.30 Uhr

Dauer: jeweils ca. 90 Minuten

Information und Kartenreservierung:
Tel. 030 – 885 902 45 oder
reservations@impulsneuemusik.com

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, Konsekutivübersetzung ins Französische.

Eine Reihe von Impuls neue Musik in Kooperation mit Institut Français und Ensemble KNM Berlin. Mit Dank an die Medienpartner RBB Kulturradio, taz, berlinPoche und visitBerlin. Mit freundlicher Unterstützung von Sofitel.

Photo: 19.5. KNM©Kai Bienert

Wittener Tage für neue Kammermusik

Das Kulturradio WDR 3 lädt gemeinsam mit der Stadt Witten vom 24. bis 26. April 2015 zur 47. Ausgabe der Wittener Tage für neue Kammermusik ein. Mehr als 20 Erstaufführungen von Komponistinnen und Komponisten aus insgesamt 16 Nationen stehen auf dem Programm. Auch drei französische Uraufführungen aus Frankreich sind mit dabei.

Martin Matalons Werk Traces XI, für elektronische musik und Posaune wird am 24. April im Festsaal Witten uraufgeführt, interpretiert von Uwe Dierksen.

Das lang ersehnte Werk In vivo für Violine solo von Pascal Dusapin wird von der renommierten Geigerin Carolin Widmann am 24. April in der Johanneskirche präsentiert.

Schließlich erlebt Ondrej Adameks Steinar für sechs Stimmen mit Instrumenten am 25. April in der Blote Vogel Schule seine Uraufführung.

Pascal Dusapin © Patricia Dietzi, ed. Durand

Stimme, Streichquartett und Kreation

Kurz nach dem Konzert des Quatuor Voce am 23. März diesen Jahr findet das von Impuls geförderte Projekt „Stimme, Streichquartett und Kreation“ am 12. und 13. April im Théâtre des Bouffes du Nord in Paris seine Fortführung. An beiden Konzertabenden stehen die Streichquartette des Komponisten und Klarinettisten Jörg Widmann auf dem Programm, sowie Werke von Komponisten, die sein musikalisches Schaffen stark beeinflusst haben: Robert Schumann und Wolfgang Rihm.

Die Konzerte gehören zum vierteiligen deutsch-französischen Zyklus zum Thema ist Streichquartett und Stimme, den ProQuartet veranstaltet.

Drei Quartette und fünf Solisten (französisch und deutsch) beteiligen sich an diesem Zyklus: Aus Deutschland das Minguet Quartett, aus Frankreich das Quatuor Danel und das Quatuor Voce.

Am 12. April präsentiert das Minguet Quartett zunächst Robert Schumanns Klavierquintett, mit Dana Ciocarlie als Solistin. In der zweiten Konzerthälfte alternieren die vier Streichquartette Widmanns mit Auszügen aus seinem Zyklus «Humoresken » – einer Reminiszenz an Schumann.

Im Konzert des 13. Aprils erklingt nach Widmanns « Air » für Horn solo zunächst ein Sextett für Horn, Klarinette und Streicher von Wolfgang Rihm in französischer Uraufführung, interpretiert vom Quatuor Danel, mit Bruno Schneider, Horn, und Jörg Widmann, Klarinette. Dieser ist auch der Solist in Mozarts Klarinettenquintett KV 581. Zum Abschluss bringt die junge Sopranistin Nora Lentner zusammen mit dem Quatuor Danel Jörg Widmanns – ursprünglich Juliane Banse gewidmete und von ihr uraufgeführte – Streichquartett n°5 zur Aufführung.

In Deutschland präsentieren am 15. Oktober Christiane Oelze und  das Quatuor Voce in Schloss Elmau Philippe Fénelons Streichquartett mit Sopran in deutscher Uraufführung. Alban Bergs Lieder Opus 2 und Mozarts Streichquartett KV 499 vervollständigen dort das Programm.

 

Impuls trauert um den Musikkritiker Gerhard Rohde

Am 25. Februar verstarb der Musikkritiker und Herausgeber der nmz Gerhard Rohde im Alter von 83 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Als hochrespektierter Senior der deutschen Musikkritik war er bis zuletzt zwischen den europäischen Musikzentren unterwegs gewesen.

Gerhard Rohde wurde am 9. September 1931 in Kiel geboren, schrieb ab 1963 für die „Neue Zürcher Zeitung“, wurde 1964 Musikredakteur bei der „Hannoverschen Rundschau“, kam 1967 als Musikredakteur zur „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, deren Feuilleton-Redaktion er seit 1973 als ständiger freier Mitarbeiter angehörte. Seit 1968 arbeitete er für die „neue musikzeitung“, deren Chefredakteur er bis 2007 war und deren Mitherausgeber er dann wurde.

Rohde, ein Spezialist für klare Worte und anschauliche Formulierungen, hat aus seinen kulturpolitischen Überzeugungen nie ein Geheimnis gemacht, was sich zuletzt vor allem in Stellungnahmen zur bevorstehenden Liquidierung des SWR-Orchesters Freiburg/Baden-Baden ausdrückte. Erst vor wenigen Tagen hatte Gerhard Rohde den „Happy New Ears“-Preis für Publizistik der Hans und Gertrud Zender-Stiftung in der Akademie der Schönen Künste in München erhalten.

Eleonore Büning schrieb in der FAZ, „Gerhard Rohde zu verlieren, das ist für die Musikredaktion dieser Zeitung, als würde man ihr das Fundament wegnehmen.“