deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

„Le Stéréoscope des Solitaires“ ein Klangreise nach Juan Rodolfo Wilcock

Am 18. und 19. Februar wird das Werk „Le stéréoscope des solitaires“, inspiriert durch das gleichnamige Buch von Juan Rodolfo Wilcock, vom KNM Berlin und Studenten der „Comédie de Reims“ während des Festivals Reims Scène d’Europe aufgeführt.

1972 erschien der Erzählband „Das Stereoskop der Einzelgänger“, in dem die labyrinthische Welt eines Hieronymus Bosch der Literatur entsteht: ein Werk aus absurden Einfällen und einer virtuosen, hinterlistigen Phantasie. In sechsundsechzig Geschichten werden siebzig Einzelgänger portraitiert. Man trifft auf ein Liebespaar, das beschließt sein Bett nicht mehr zu verlassen und sich schließlich selbst verzehrt. Oder man begegnet einem abgemagerten Zentaur, der Stillleben malt. Eine andere erzählt von einer „Sirene“, die nicht in den pittoresken Grotten des Mittelmeers zu Hause ist, sondern an den Ufern eines stinkenden und müllverdreckten Flusses.

Ingrid von Wantoch Rekowski, Ana Maria Rodriguez und Fred Pommerehn interpretieren dieses außergewöhnliche Universum als einen labyrinthischen Parcours, den sie im Zirkus von Reims installieren.

Das Publikum kann sich durch das gleichermaßen museale als auch klangliche Labyrinth bewegen und den hinterlassenen Spuren der Einzelgänger folgen. Verschlungene Gänge führen zu schmuckvollen Vitrinen und Kabinetten, die das Wilcocksche Universum konservieren aber auch im Verlauf des Abends von ganz reellen Erscheinungen heimgesucht werden.

Hommage à Georges Aperghis

23.3.15, 19:30 – Haus der Berliner Festspiele, Seitenbühne
25.3.15, 19:30 – Kammermusiksaal der Philharmonie

Aus Anlass seines 70. Geburtstags plant das Festival MaerzMusik der Berliner Festspiele einen Fokus auf die Arbeit des griechisch-französischen Komponisten Georges Aperghis. Seit 1963 in Paris lebend, zählt Aperghis zu den bedeutendsten und vielseitigsten Musikerpersönlichkeiten Frankreichs; gleichwohl wur­de seine Arbeit bisher in Berlin kaum präsentiert, Im Zentrum der gemeinsam mit dem Komponisten ent­wickelten Hommage steht mit Situations für 23 Solisten Aperghis‘ neueste abendfüllende Komposition, eine musikalische Großform, die in exemplarischer Weise Aperghis‘ enge Arbeit mit und für Interpre­tinnen und Interpreten verkörpert. Ausgehend von dieser Setzung wird die Hommage à Georges Aperghis ausgewählte solistische und kammermusikalische Arbeiten aus den vergangenen 40 Jahren präsentieren sowie mit Workshops, Filmvorführungen und einer kleinen Ausstellung Schlaglichter auf das umfang- und facettenreichen Schaffen von Georges Aperghis werfen.

Voix, Quatuor et Création

23.3.15   – Théâtre des Bouffes du Nord – Paris
3.-4.4.15 – Masterclass mit Jörg Widmann – Goethe-Institut Paris, France
12.4.15   – Théâtre des Bouffes du Nord – Paris

13.4.15   – Théâtre des Bouffes du Nord – Paris
15.10.15 – Schloss Elmau, Elmau

Die Organisation ProQuartet widmet sich seit 26 jahren der Förderung des Streichquartettes und der Kammermusik und hat sich zum Ziel gesetzt, sowohl das klassische und zeitgenössische Repertoire Deutschlands und Frankreichs aufzuführen als auch neue Kompositionen in beiden Ländern zu initiieren. Parallell dazu hat sie ein Lehrprogramm entwickelt, welches von den führenden Lehrkräftne beider Länder getragen wird.

Seit vielen Jahren erarbeitet ProQuartet eine Konzertserie, die es ermöglicht, ausgezeichnete Musiker beider Nationalitäten und diverser Altersklassen zu vereinen und so das gegenseitige Verständnis für die verschiedenartige Ästhetik und das spezifische Repertoire beider Länder zu entwickeln. Im Rahmen seines Engagements für das zeitgenössische Repertoire unserer Zeit setzt sich ProQuartet insbesondere für die Entwicklung eines spezifisch fûr Stimme und Streichquartett konzipierten Repertoires ein, welches die  gesangliche Seite der Streichinstrumente und die instrumentale Seite der Stimme zur Geltung bringt.

So fand 2013 im Théâtre des Bouffes du Nord und im Hamburger Mozartsaal die Uraufführung von Graciane Finzis Monodrame « Fräulein Else » nach Arthur Schnitzler statt; getreu seinem Prinzip, die junge Generation mit erfahrenen Meistern ihres Faches zusammenzuführen, hatte ProQuartet ein aufsteigendes französisches Streichquartet mit einer grossen deutschen Sängerin vereint : das Voce Quartett musizierte mit Juliane Banse. Im selben Programm wurde die Serie der Bearbeitungen für Stimme und Streichquartet um eine Transkription Heime Müllers der « Sieben frühen Lieder » von Alban Berg bereichert.

Für die Saison 2015 möchte ProQuartet diesen deutsch-französischen Zyklus mit 4 Konzerten fortführen und erweitern :

Am 23. März 2015 wird das Voce-Quartettanlässlich seines 10. Geburtages zusammen mit Salomé Haller das 4. Streichquartett Philippe Fénélons, komponiert für Streicher und Sopran nach Texten Rainer Maria Rilkes  (ein Auftragswerk ProQuartets aus dem Jahre 1999) im Théâtre des Bouffes du Nord aufführen. Zuvor wird das Publikum Gelegenheit haben, Mozarts Quartett KV 499 zu hôren und Bruno Mantovanis 2. Streichquartett aus dem Jahre 2013 näher kennenzulernen. Die Serie der Transkriptionen der Lieder Alban Berg’s wird mit Heime Müllers Bearbeitung der Lieder opus 2 fortgeführt und vervollständigt.

Zwei weitere Konzerte sind dem im heutigen Musikschaffen Deutschlands wichtigen Musiker Jörg Widmann und seinen « Lehrmeistern » gewidment : Robert Schumann und Wofgang Rihm. Unter dieser Perspektive  werden ein deutsches und ein französisches Quartett dem französischen Publikum die 5 Streichquartette Widmanns vorstellen :

Am 12. April spielt das renommierte deutsche Miguett-Quartet zunächst Robert Schumanns Klavierquintett, mit Dana Ciocarlie als Solistin. In der zweiten Konzerthälfte werden die 4 Streichquartette Widmanns mit Auszügen seiner « Humoresken », einer Reminiszens an Schumann, alternieren.

Im Konzert des 13. April wird nach Widmanns  « Air »  für Horn solo zunächst ein Sextett für Horn, Klarinette und Streicher von Wolfgang Rihm in französischer Uraufführung erklingen, interpretiert vom französischen Danel-Quintett, mit Bruno  Schneider, Horn, und Jörg Widmann, Klarinette. Dieser wird auch der Solist in Mozart’s Klarinettenquintet KV 581 sein. Zum Abschluss wird die junge deutsche Sopranistin Nora Lentner zusammen mit dem Danel-Quartett Widmannns – ursprünglich Juliane Banse gewidmete und von ihr uraufgeführte – Streichquartett n°5 interpretieren.

Vorbereitend zur diesen deutsch-französischen Produktionen veranstaltet ProQuartet im Goethe-Institut eine zweitägige Masterclass mit Jörg Widmann, in welchem zum einen die klassische Klarinettenliteratur (Quintette von Mozart, Reger, Brahms,) zum anderen zeitgenössische Werke (Kurtag, Rihm) erarbeitet werden. Die jungen französischen Kursteilnehmer haben  so Gelegenheit, eine inspirierte und inspierierende Musikerpersönlichkeit Deutschlands und ihren musikalischen Hintergrund näher kennezulernen, welche in Frankreich zur Zeit noch weit weniger bekannt ist als in anderen Ländern Europas.

In Deutschland werden am 15. Oktober Christiane Oelze und das VOCE-Quartett im renommierten Schloss Elmau Philippe Fénelons Streichquartett mit Sopran in deutscher Uraufführung präsentieren. Alban Bergs Lieder Opus 2 und Mozarts Streichquartett KV 499 vervollständigen das Programm.

Instant Donné und die Neuen Vocalsolisten am 7. und 8. Februar beim Festival „Eclat“ in Stuttgart

Das erste von Impuls geförderte Projekt in diesem Jahr findet beim Festival „Eclat“ in Stuttgat statt. Es handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen den beiden Ensembles Instant donné und den Neuen Vocalsolisten, die 2013 zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne standen.

Am 7. Februar wird unter der Leitung von Manuel Nawri das Werk „Fog“ des deutschen Komponisten Johannes Borowski von den beiden Ensembles uraufgeführt. Am 8. Februar findet die Uraufführung von „Ceux à qui“, dem neuesten Werk des baskischen Komponisten Ramon Lazkano statt.

Lazkanos Werk basiert auf der Poesie von Edmond Jabès. „Jabès‘ Sprache ist voller Wiederholungen, voller Elisionen, voller Prägnanz; und trägt eine poetische Musik in sich, deren Ausführung gleichsam leicht und extrem, präzise und transparent sein sollte“ schreibt Lazkano. Ziel des Komponisten ist es, mit seiner Musik in einen Bereich jenseits der Worte einzudringen und die Wörter „hinter der klanglichen Mauer zu verstecken, die sie selbst erzeugen“. Er sieht sein Werk als eine Reise von einem Punkt zu einem anderen, von „der Stimme des Poeten, – der Hand und des Buches – bis hin zum „wir“ und „sie““. Sechs Stimmen klingen in „Ceux à qui“ zusammen und lassen im Laufe des Stückes, der Dialoge und Rufe, den Text allmählich verschwinden. Auch die Instrumentalbegleitung wird vom Stocken und Verblassen des Textes mitgerissen und geht zurück.

Johannes Borowskis „Fog“, das mit dem Coupleux-Lassalle-Preis ausgezeichnet wurde, verbindet drei unterschiedliche musikalische Gruppen miteinander: die Stimmen der Neuen Vocalsolisten, die Saiteninstrumente von Instant Donné und die beiden Klaviere des Duos GrauSchumacher. Im Zentrum des Stückes steht der Begriff des Dialogs. In diesem Fall handelt es sich jedoch nicht um seinen philosophischen und symbolischen Aspekt, sondern um seine reine, prosaische Form des Dialogs: ein Austausch zwischen zwei Identitäten – mit Pausen angefüllt, zuweilen mit unlogischen Abläufen, mit Wiederholungen. Borowski erforscht mittels seines Stückes alle musikalischen Eigenschaften, die ein Dialog in sich tragen kann. Der englische Text wurde gemeinsam mit der Regisseurin Maryna Vroda (Preisträgerin einer Palme d’Or 2011 in Cannes in der Kategorie Kurzfilm) erarbeitet.

Programme der Konzerte:

7.2.2015 – 16:30
Stuttgart / Theaterhaus T2

Mauro Lanza: „Disiecta Membra“, für sechs Stimmen (2014) UA
Brigitta Muntendorf: The key of presence, für zwei Klaviere, Video und Live-Elektronik

Johannes Boris Borowski: „Fog“ für sechs Sänger, zwei Klaviere und Streichquartett (2014) UA (Text von Maryna Vroda)

Neue Vocalsolisten
GrauSchumacher Piano Duo
L’Instant Donné
Manuel Nawri, Dirigent
Experimentalstudio des SWR

8.2.2015 – 18:00  
Stuttgart / Theaterhaus T1

Benedict Mason: „sackbut concerto“ für Barockposaune und 22 Instrumente (1997) DE

Johannes Kreidler: „Bolero für Orchester“ (2014) UA

Ramon Lazkano: „Ceux à qui“ für Stimmen und Ensemble nach Texten von Edmond Jabès (2014) UA

Gordon Williamson: „Unhinged für Orchester“ (2014) UA

Márton Illés: „Tört – szín – tér für Orchester“ (2014) UA

Mike Svoboda, Barockposaune
Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR
Leitung Rupert Huber
Neue Vocalsolisten Stuttgart
Ensemble L‘Instant Donné
Leitung Manuel Nawri

Das Konzert wird live zeitversetzt in SWR2 übertragen

Photo @ Suzanne Brun

Konzert–Kolloquium/Festival Musica-GREAM

Konzert: 24.9.15
Kolloquium: 25.09.15

Konzert des Ensembles Linea und Kolloquium über das Thema der deutsch-französischen Beziehungen in der Musik in Anlehnung an die von Impuls neue Musik initiierte Gesprächsreihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“. Das Projekt findet im Rahmen der Festival Musica2015 in Straßburg mit dem Experimentalstudio Labex GREAM der Universität Straßburg statt.

Das Ensemble Linea unter der Leitung von Jean-Philippe Wurtz präsentiert Helmut Lachenmanns Mouvement (- vor der Erstarrung) (1982-84) und bringt Corps von Raphaël Cendo mit Wilhem Latchoumia am Klavier zur Uraufführung.

Zu dem Anlass des Kolloquiums „Schaffen, hören, empfinden, sich identifizieren: der deutsch-französische Dialog in der Musik heute“ kommen u. a. Pierre Michel, Ulrich Mosch, Martin Kaltenecker, Thierry Blondeau, Thomas Bruns, Raphaël Cendo, Helmut Lachenmann, Michaël Levinas, Olivier Schneller oder Jean-Philippe Wurtz zu einem Dialog über musikalische Differenzen zwischen Deutschland und Frankreich zusammen.

Camera Obscura / Lucida

17.9.15 – Berlin – Ausland
19.9.15 – Montreuil – Instants Chavirés

Austausch zwischen den Ensembles Konzert Minimal (Deutschland) und Dedalus (Frankreich). Die Werke ihrer Repertoires überschneiden sich (Wandelweiser, Catherine Lamb) oder ergänzen sich, und dieses Projekt lässt einen die individuelle Herangehensweise beider Ensembles entdecken und ermöglicht durch den intensiven Austausch eine produktive Arbeit. Mit der Idee dieses Austausches haben Konzert Minimal und Dedalus beschlossen, Peter Ablinger um ein Werk mit freier Instrumentierung zu bitten. Das Werk von Peter Ablinger ist für die Musiker beider Ensembles wegen seiner Radikalität, seiner Originalität und seiner konzeptuellen Komplexität hochinteressant. Bei dem Projekt befinden sich der Komponist und die Musiker jeweils auf einer Seite eines Bildschirms, der einerseits für die Partitur und andererseits für die gemeinsamen Projektionen von Ideen und Intentionen der Künstler steht.

L’Instant Donné et les neue Vocalsolisten

8-9.2.2015 – Festival Eclat – Stuttgart

Infolge eines ersten Zusammenschlusses von L’Instant Donné und den Neuen Vocalsolisten haben die beiden Ensembles beschlossen, ihre Kollaboration dauerhaft fortzuschreiben. Das neue Projekt von Ramon Lazkano ‚Ceux à qui‘, über ein Gedicht von Edmond Jabès, das eigens für L’Instant Donné und die Neuen Vocalsolisten geschrieben wurde, bekam den Preis der Fondation Coupleux-Lasalle. Dieser Preis setzt sich für musikalische Kompositionen ein, insbesondere im Bereich Gesangskomposition. Die sechs Sänger und acht Instrumentalisten versuchen sich an einem Dialog und musikalischen Ausdruck, in dem das Gedicht Schritt für Schritt mit der Musik verschmilzt. Zu Beginn stockt der Instrumentenpart, der die Gesangsstimmen unterstützt, immer wieder hoffnungslos und wird von gestotterten und brüchigen Textpassagen begleitet. Das Stück von Johannes Boris Borovski wurde für drei verschiedene Ensemblearten konzipiert: für ein Vokalensemble, ein Klavieduo und ein Streichquartett. Die Texte wurden von der Regisseurin Maryna Vroda erarbeitet und sind in einer alltäglichen Sprache verfasst. Der Text thematisiert den Konflikt zwischen Heteronomie und Autonomie in zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Inhalt wird jedoch nicht auf philosophische oder politische Weise dargestellt; die Antinomie dient hauptsächlich als dramaturgische Grundlage und ermöglicht statt einem systematischen einen extrem kontrastierenden musikalischen Dialog, der Raum für unlogische und absurde Aspekte offen lässt.

Photo @ Suzanne Brun

V. Teil der Gesprächsreihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“

Am 21. Januar um 19 Uhr findet die fünfte Veranstaltung unserer Gesprächsreihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“ mit einem Auftritt des Ensemble KNM Berlin statt.

Das Thema des fünften „Salons“ ist: „2013 – 2050: Neue Debatten, alte Klischees“

Dieses Gespräch ist der gegenwärtigen Situation in der zeitgenössischen Musik gewidmet. Wie arbeitet die junge Komponistengeneration in Deutschland, wie in Frankreich, welche Tendenzen und Strömungen gibt es, auf welche Tradition bezieht man sich oder wovon will man sich abgrenzen?

In Deutschland werden Töne laut, dass sich alles ändern müsse und sich so und so schon alles geändert hat, durch das Internet, durch veränderte Hörgewohnheiten. Die neue Musik, wie es sie einmal gab, habe abgewirtschaftet. Diskutiert werden Begriffe wie „Gehaltsästhetische Wende“, „Diesseitigkeit“, „Neuer Konzeptualis­mus“… – die Generation jüngerer Komponisten will eine neue Epoche einläuten, die Epoche nach der neuen Musik. Und in Frankreich bereitet man sich auf den Tod des alten Königs vor und es beginnt das Tauziehen, wer der neue wird, nach Boulez. Natürlich soll erst einmal alles über den Haufen geworfen werden, wofür bisher der Name Boulez steht, ein Anti-Boulezimus. Es soll also wieder tonal komponiert werden, mit sangbaren Melodien und für (und nicht gegen) das Publikum.

Doch warum haben es die jungen Komponisten im jeweils anderen Land besonders schwer, aufgeführt, geschweige akzeptiert zu werden? Inwieweit ähneln sich die gegenwärtigen Diskussionen – worin unterscheiden sie sich? Wir führen dieses Gespräch mit zwei Komponisten und Kompositionslehrern aus beiden Ländern – und dem ausgewiesenen Spezialisten der Musikgeschichte und der Geschichte des Hörens in beiden Ländern Martin Kaltenecker.

Moderation: Uli Aumüller

Gesprächspartner: Manos Tsangaris, Hochschule für Musik Dresden/Münchener Biennale, Jean-Luc Hervé, Komponist, Martin Kaltenecker, Université Paris VII

Horia DumitracheTheo Nabicht und Kirsten Maria Pientka vom Ensemble KNM Berlin spielen von Bruno Mantovani „Metal“ für Klarinette und Bassklarinette, von Raphael Cendo „Decombré“ für Kontrabassklarinette und Elektronik und von Martin Schüttler „schöner leben 5 (Nix verstehen ist besser als gar nichts.“ – M.K.) für präparierte Viola mit Verstärkungen und Zuspielungen.

Klangregie: Andre Bartetzki

IV. Teil der Gesprächsreihe “Hören wir mit anderen Ohren? ” im Institut français

Am 4. Dezember um 19 Uhr findet die nächste Veranstaltung unserer Reihe „Hören wir mit anderen Ohren? Eine Entdeckungsreise in die deutsch-französische Musik“ statt.

Der 4. Teil widmet sich dem Thema: Musique concrète auf Deutsch.

Bereits 1943 begann der Komponist und Ingenieur Pierre Schaeffer mit ersten Experimenten, auf der Basis von Originaltonaufnahmen Musik zu gestalten. Die von ihm so genannte musique concrète bildete mehrere Schulen aus, die auf das französische Musikleben einen großen Einfluss ausübten. Noch heute kommt in Frankreich ein Komponist von Rang und Namen ohne ein Jahr der Forschung oder Ausbildung im GRM oder IRCAM in seiner Vita nicht aus. In Deutschland hingegen hat diese Musik längst nicht in vergleichbarem Umfang eine Förderung erfahren – abgesehen von ihrer Resonanz in der Clubkultur. Helmut Lachenmann wurde berühmt, als er die Denkweisen der musique concrète auf Spiel- und Kompositionstechniken für traditionelle Musikinstrumente übertrug – der von ihm sogenannten musique concrète instrumentale. Aber beruht sein Bezug auf die musique concrète nicht möglicher Weise auf einem Missverständnis? Ein produktives Missverständnis vielleicht, das viele Nachahmer und Schüler gefunden hat. Prof. Martin Zenck hat sich ausführlich mit der Musik von Helmut Lachenmann und seinem Einfluss auf die Neue Musik beschäftigt. Und in dem in Berlin lebenden Komponisten Mark Andre werden aktuell beide Entwicklungen, die deutsche und die französische, vereinigt: Elektroakustik und musique concrète instrumentale.

Moderation: Uli Aumüller

Gesprächspartner: Prof. Dr. Martin Zenck, Institut für Musikforschung, Universität Würzburg (Schwerpunkt Neue Musik, Ästhetik und Medien), Mark Andre, Hochschule für Musik Dresden.

Konzept: Uli & Sophie Aumüller.

Moderation: Uli Aumüller.

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, Konsekutivübersetzung ins Französische.

Institut Français Berlin,
Kurfürstendamm 211 ,
10719 Berlin

Faithful! II – Treue & Verrat der musikalischen Interpretation

Das Festival Faithful! II, dass sich mit dem Thema „Treue und Verrat der musikalischen Interpretation“ auseinandersetzt, findet vom 13. bis 23. November statt. Der deutsch-französische Teil wird von Impuls neue Musik unterstützt.

Aus Frankreich sind eingeladen: das Ensemble Multilatérale, Quartett Tana sowie die Cellistin Séverine Ballon, die Ihr Projekt „Mobile performance im Kunstraum: Musik und die bildende Künste“ präsentiert. Sie wird Werke von Franck Bedrossian und Thierry Blondeau zur Aufführung bringen.

 

Das gesamte Festivalprogramm finden Sie hier.