deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

Lab.Oratorium – Gürzenich-Orchester Köln

19.–21.05.2019 Kölner Philharmonie (D)
27.05.2019 Elbphilharmonie Hamburg (D)
03.06.2019 Philharmonie de Paris (F)

Philippe Manourys «Lab.Oratorium» für Stimmen, Orchester und Live-Elektronik ist der abschließende Höhepunkt einer trilogie von raummusikalischen sinfonischen Werken, die der französische Dirigent Francois-Xavier Roth an seiner Kölner Wirkungsstätte mit Philippe Manoury als «Komponist für Köln» initiiert hat und die als große deutsch-französische Koproduktion mit Gürzenich-Orchester Köln, Elbphilharmonie Hamburg, Philharmonie de Paris und IrcAM entsteht.

In dem oratorischen Werk für Soli, Schauspieler, Vokalensemble, Laienchor, räumlich aufgeteiltes Orchester und Live-Elektronik zieht Philippe Manoury die Summe seiner Forschungen auf dem Gebiet der Elektronik und der raummusik. Eine besondere Bedeutung kommt darin einer vom Komponisten am Pariser IrcAM entwickelten Software zu, die neuartige Wechselwirkungen zwischen gesprochener Sprache und Musik ermöglicht. Deren Potenziale werden hier erstmals nicht nur im Zusammenhang mit Sprech- und solistischen Gesangstimmen genutzt, sondern mit dem Vermögen eines großen Vokalensembles. Das abendfüllende Werk kreist inhaltlich um eine zeitgenössische Odyssee auf der Suche nach der utopie eines vielsprachigen, grenzenlosen Europas – ein Schatz, der durch die gegenwärtigen politischen Entwicklungen verloren zu gehen droht. Bei der Konzeption der textgrundlage und der Form arbeitet Philippe Manoury erneut mit Nicolas Stemann zusammen.

Jean-Luc Hervé – Quatuor Diotima

16.11.2018 Zürich (cH)
07.2019 Noirlac (F)
03.2020 Lyon (F)
17.05.2020 Duisburg (D)

Das Quatuor Diotima aus Paris gehört zu den weltweit führenden Streichquartetten für neue Musik.

Im Zentrum seines deutsch-französisch-schweizerischen Projekts steht das neue Werk von Jean-Luc Hervé, der u.a. bei Gérard Grisey studierte. Hervé schreibt eine «spektral» gefärbte komplexe Musik voller klangsinnlicher Gestik. Die uraufführung findet bei Klangspuren Schwaz (A) statt, die Schweizer Erstaufführung bei den Tagen neuer Musik in Zürich. Weitere Werke deutscher Komponisten stehen auf dem Programm.

Court-Circuit & Zafraan Ensemble

20.04.2019 | Radialsystem V, Berlin (D)
21.04.2019 | Resonanzraum, Hamburg (D)
23.04.2019 | Conservatoire Niedermeyer, Issy les Moulineaux (F)

Im Austausch mit dem Ensemble Court-Circuit aus Paris erarbeitet und präsentiert das Berliner Zafraan Ensemble ein Programm, das auch philosophisch-kompositorisch die wechselseitige Anregung und Beeinflussung widerspiegelt.

Die gemeinsam ausgewählten Werke von Sarah Nemtsov, Johannes Boris Borowski, christophe Bertrand und Hugues Dufourt werden bei einer Probenphase im radialsystem in Berlin ein studiert und anschließend in Konzerten in Berlin, Hamburg und Paris aufgeführt. Zudem wird am conservatoire Niedermeyer ein Ensemble-Workshop angeboten. Beide Ensembles sind jeweils hälftig vertreten.

Lu FtStr OM – 18 – EW-4

29.11.2018 | Gare du Nord, Basel (cH)
30.11.2018 | Neubad, Luzern (cH)
04.12.2018 | Schwankhalle, Bremen (D)
07.12.2018 | Malmö, Schweden (S)
TBA | Haute École des Arts, Straßburg (F)
15.01.2019 | theater riggiblick, Zürich (cH)

Das EW-4 (Electronic Wind Quartet) ist ein Ensemble aus vier Blassynthesizern, welches das kammermusikalische Musizieren auf eine rein elektronische Ebene überträgt.

Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine wird in künstlerischer Auseinandersetzung reflektiert und in neuen Klängen und Bildern gespiegelt. Mit dem Projekt „Lu FtStr OM“ wird ein prägendes thema unserer Zeit – die voranschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts – aufgenommen und in einer speziellen Kunst- und Konzertform reflektiert. Da es für Blassynthesizer und die Besetzung quasi keine Werke gibt, soll ein repertoire für dieses Instrument aufgebaut werden. EW-4 hat das Vorhaben – eine elektronische Kammermusik zu kreieren – verschiedenen Komponisten vorgestellt. Die Aussicht, für vier Blassynthesizer zu komponieren, hat bei christoph Ogiermann, Orm Finnendahl, Yannis Kyriakides, Ulrike Mayer- Spohn und Emilio Guim unterschiedlichste Assoziationen, Denkprozesse sowie ein positives Echo ausgelöst. Die neuen Werke werden Ende 2018 / Anfang 2019 in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Schweden zur Aufführung gebracht.

Tetralogie – Ensemble Inverspace

14.02.2019 | Gare du Nord, Basel (cH)
08.03.2019 | Baden (cH)
TBC Paris / TBC Berlin / TBC cologne / TBC Genève

Das 2011 in Basel gegründete Ensemble Inverspace positioniert sich an der Schnittstelle von akustischen und elektronischen Instrumenten.

Das Ziel ist es, die Elektronik als echten kammermusikalischen Partner in das Ensemble zu integrieren. Dabei fließen auch theatralische Elemente sowie visuelle Medien mit ein. Durch intensive Zusammenarbeit mit den Komponisten entste-hen Werke, die speziell auf das Ensemble zugeschnitten sind. Für das Projekt «tetralogie» hat das Ensemble Kompositionsauf-träge an Sarah Nemtsov, raphaël Languillat, Gary Berger und Wolfgang Heiniger vergeben. Alle vier eint die Affinität zu Neuen Medien und außermusikalischen Kontexten. Die entstehenden Werke sind eigenständig als auch teil einer Gesamtdramaturgie. Die Konzerte finden in Deutsch -land, Frankreich und der Schweiz statt.

SOLedades – Klangbox

22.09.2018 | Festival du Livre Suisse, Sion CH)
11.10.2018 | Festival Why Note, Dijon (F)
01.11.2018 | H95, Basel (CH)
13.–16.02.2019 | theater Stock, Zürich (CH)
TBC | caves du Manoir, Martigny (CH)
06.-09.06.2019 | Forum Wallis 2019 (CH)
TBC | Soirée IGNM, Berne (CH)

SOLedades ist eine 50-minütige Musiktheaterperformance, inspiriert von Max Frischs Erzählung «Der Mensch erscheint im Holozän“, in der Vincent raphaël carinola, Komponist des französischen Kollektivs ZDc/Zone de combat und Pascal Viglino, Musiker des Schweizer Ensembles Klangbox zusammenarbeiten.

Schon bei Betreten des Vorstellungssaals wird der Zuschauer von Musik umgeben. Im Zentrum: «Er», der musikalische Performer. Er spielt, schreibt, schneidet und navigiert durch den raum. Seine umgebung erinnert zum einen an eine Insel, zum anderen an eine Berghütte – beides Orte wohltuender Einsamkeit. Der Zuschauer wird zum priviligierten Zeugen. Als Zuhörer und Zuschauer ist er teil einer geschlossenen «Klangsitzung», in der Elemente wie Poe-sie, Schriftklänge und Melodien zum Dialog mit dem «Inneren» einladen, einem Inneren, das der Protagonist vor dem Publikum enthüllt. Es entwickelt sich eine Entdeckungsreise, die zahlreiche Facetten der Einsamkeit zeigt, wobei das Konzept der Perfor-mance in vielen Variationen ausgelotet wird.

Echo polygone – BABBEL

11.–13.12.2018 | Künstlerresidenz
14.–16.12.2018 | Studioboerne45, Berlin (D)

Bei «Echo Polygone» handelt es sich um die zweite Phase der Zusammenarbeit zwischen dem ONcEIM – Orchestre de Nouvelles créations, Expérimentations et Improvisations Musicales aus Paris und Musikern aus der zeitgenössischen experimentellen Berliner Szene.

Im rahmen einer durch das concepts Of Doing – Festival Zeitgenössische Musik organisierten residenz im Berliner Studioboerne45 erteilt das ONCEIM Kompositionsaufträge an die Komponisten Peter Ablinger und Burkhard Beins. Darüber hinaus lädt das ONcEIM Berliner Musiker dazu ein, die experimentelle und komparative Forschungsarbeit im Bereich der non-idiomatischen Musik, die 2012 mit unterstützung von Impuls neue Musik im rahmen des Festivals CRAK in Paris begonnen wurde, fortzuführen. Im Anschluss an die Künstlerresidenz führen die Musiker die neuen Werke sowie Improvisationen in kleinen Besetzungen im rahmen von drei Konzerten auf.

Impuls-Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt – HANDWERK !

26.10.2018 | Bauhaus Dessau (D)
30.10.2018 | Steintor-Varieté Halle (D)
15.10.2019 | Berlin radialsystem (D)
19.10.2019 | Festival Musica, Strasbourg (F)
21.10.2019 | Bauhaus Dessau (D)
10.2020 (TBA) | Basel, Dessau, Bagdad (CH, D, IQ)

Das 2008 gegründete IMPULS-Festival ist eines der jüngsten Festivals für Neue Musik in Deutschland.

Jährlich im Oktober/November schließen sich alle Orchester des Landes sowie das MDr Sinfonieorchester und der MDr rundfunkchor in einzigartiger Weise zu einem Netzwerk zusammen, um in vielen Städten Sachsen-Anhalts und darüber hinaus neue Musik einem breiten Publikum zu präsentieren. Mit dem neuen Projekt HANDWErK! fördert das IMPuLS-Festival junge Komponisten aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland. Ihnen soll in den professionell, im Bauhaus-Sinne von «Meistern» angeleiteten Impuls-Meisterklassen am Bauhaus Dessau das musikalische Handwerkszeug mitgegeben werden. Im Jahr 2019 feiert das Bauhaus sein 100-jähriges Jubiläum. IMPuLS nimmt das Jubiläum als Ausgangspunkt, um über einen Zeitraum von drei Jahren – 2018 / 2019 / 2020 – mit renommierten Ensembles für neue Musik aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland auch «Meistern und Lehrlingen» der zeitgenössischen Musik ein internationales Podium zu bieten.

Festival Sinuston – Ensemble Cairn

26.10.2018 | Gesellschaftshaus Magdeburg (D)

Bereits zum 9. Mal richtet der Magdeburger Musikverein e.V. das Festival «Sinuston – Magdeburger tage der elektroakustischen Musik» aus.

Vom 25. bis zum 28. Oktober ist an verschiedenen Veranstaltungsorten der Stadt eine große Bandbreite zeitgenössischer Musik zu erleben, die auf elektroakustischer oder elektronischer Klangerzeugung beruht oder sich mit traditionellen Instrumenten und anderen Kunstrichtungen, wie z.B. Film verbindet. Das Festival präsentierte schon in früheren Ausgaben französisches repertoire und lädt regelmäßig Ensembles aus Frankreich ein. Am 26. Oktober 2018 findet ein Konzert mit dem französichen Ensemble cairn statt. Zur Aufführung kommen u.a. Werke von régis campo, Jean-Luc Hervé, Pascal Dusapin, Isabel Mundry und toshio Hosokawa.

Umlaut Festival 2019

02.2019 Künstlerresidenz | Le Lavoir moderne parisien, Paris
08.–10.02.2019 Festival | Lavoir Moderne Parisien, Paris

Das vom umlaut-Kollektiv seit 2009 organisierte und produzierte Festival für aktuelle Musik findet 2019 im theater Le Lavoir Moderne Parisien statt.

2018 gab es eine sehr erfolgreiche deutsch- französische Zusammemarbeit, sodass auch im Festival 2019 der deutsch-französische Austausch in den Mittelpunkt gestellt wird. Der deutsche Komponist, Arrangeur und Jazz-Pianist Alexander von Schlippenbach wird nach Paris eingeladen, um dort eine Woche lang mit den Musikern des Pariser umlautkollektivs zusammenzuarbeiten. Die Ergebnisse dieser musikalischen Begegnung werden an den ersten beiden Festivalabenden präsentiert, der dritte Abend ist für ein Solokonzert von Alexander von Schlippenbach vorgesehen. Der rest des Programms spiegelt, im Sinne der Idee von umlaut, ein Panorama ganz unterschiedlicher Musikrichtungen, von spezifisch experimenteller Musik (Ignaz Schick) bis zu tanzmusik (umlaut Big Band, Super Parquet). Dadurch soll ein für alle Seiten bereichernder Austausch zwischen den verschiedenen musikalischen Ästhetiken und Kulturen entstehen.