deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

SOLedades – Klangbox

SOLedades ist eine 50-minütige Musiktheatralische Performance des Ensemble Klangbox, inspiriert von Max Frischs Erzählung „Der Mensch erscheint im Holozän“. Schon bei Betreten des Vorstellungssaals wird der Zuschauer von Musik umgeben. Im Zentrum : „Er“, der musikalische Performer. Er spielt, schreibt, schneidet und navigiert durch den Raum. Seine Umgebung errinert zum einen an eine Insel, zum anderen an eine Berghütte – beide Orte wohltuender Einsamkeit. Der Zuschauer wird zum priviligierten Zeugen.

Als Zuhörer und Zuschauer ist er Teil einer geschlossenen „Klangsitzung“, in der Elemente wie Poesie, Schriftklänge und Melodien zum Dialog mit dem „Inneren“ einladen; einem Inneren, das der Protagonist frei von dem Publikum enthüllt.

Es entwickelt sich eine Entdeckungsreise, die vorbeiführt an zahlreichen Facetten der Einsamkeit. Dabei wird das Konzept der Performance in vielen möglichen Variationen ausgelotet.

Aufführungen:

22.09.2018
Schweizer Buchfestival, Sion

11.10.2018
Festival Why Note, Dijon

01.11.2018
H95, Basel

 
© Klangbox

SPLITTER ORCHESTER

Vollbild, Jean-Luc Guionnets neues Stück für das Splitter Orchester ist von der Groteskenmalerei der Renaissance inspiriert. Analog zu diesen feingliedrigen, symmetrischen Bildern, bietet das Stück eine Vielzahl an Schichten und Perspektiven. Unter seiner ausladenden Oberfläche verbirgt sich dabei ein starker Sinn für Rationalität. Einzelne Linien und Symmetrien verleihen dem Werk insgesamt Kohärenz und gleichzeitig etwas Unstimmiges – die Symmetrie scheint aus dem Lot. »Vollbild « übersetzt die visuellen Prinzipien der Groteske in Musik und lässt sie zum Inhalt der Komposition werden. Es entsteht eine Musik, die vom Visuellen inspiriert wurde, obgleich es nichts zu sehen gibt. Der Aufbau dieses Werkes findet zwar seinen Ausgang im Visuellen, jedoch bleibt die Wahrnehmung (das Hören an sich) akusmatisch: hören und staunen Sie mit all‘ Ihren Sinnen!

Aufführungen:

 

24.08.2018 | 20:00 Uhr
 
© Pierre Chinellato

12. Jurysitzung: Die Entscheidung der Jury

Am 26. Juni 2018 fand die 12. Jurysitzung des Deutsch-Französisch-Schweizerischen Fonds für zeitgenössische Musik / Impuls neue Musik in Berlin statt.

 Seit seiner Gründung vor 9 Jahren hat Impuls neue Musik bereits 1 Million Euro an etwa 145 Projekte vergeben. Der Fonds begleitet und finanziert Projekte, die die Schaffung neuer Werke und die Verbreitung zeitgenössischer Musik in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz zum Ziel haben. Im Kern Deutsch-Französisch-Schweizerisch basieren die Projekte auf dem Austausch zwischen Musikern, Werken und Ästhetiken der drei Länder.

Dieses Jahr wurden 15 Projekte aus 36 Projektanträgen von der Jury ausgewählt. Die Jury besteht aus: Dr. Barbara Barthelmes, Matthias Osterwold, Thomas Oesterdiekhoff, Emmanuel Hondré, Jean-Marc Bador, Jean-Luc Hervé, sowie Bernhard Günther, Thomas Meyer und Xavier Dayer, die zum ersten Mal an der Sitzung teilgenommen haben.
 
Die Jury vergab eine Gesamtfördersumme von 110.000 € für folgende Projekte:

 
      • Thinking Things – Donaueschinger Musiktage
      • Résidence des compositeurs – Festival d’Aix en Provence
      • Recycling Clément Janequin Reloaded – Thélème
      • Projet Songs – Ensemble KNM
      • D.O.A. « French Connection » – Ensemble PHØNIX16
      • Umlaut Festival – Umlaut
      • Concert Ensemble Cairn au Festival SinusTON – Magdeburger Musikverein
      • HANDWERK ! – Impuls Festival für Neue Musik
      • Echo Polygone: Berlin – Babbel
      • SOLedades – Klangbox
      • Tetralogie – Ensemble Inverspace
      • LU FTSTR OM_18 – EW-4 (Arte Quartett)
      • Rencontre : Court-Circuit et Zafraan – Zafraan Ensemble
      • Jean-Luc Hervé / Quatuor Diotima – Association Les Diotima
      • Lab.Oratorium – Gürzenich Orchester Köln

NOT HERE

In „Not Here“ wird der Kontrabass aufs Solistenpodium gestellt. Die szenische Installation wurde auf der Basis unterschiedlich hoher, quadratischer Bühnenteile aus Glas entworfen, die es ermöglichen, jeden der vier Kontrabässe von unten anzustrahlen und dadurch den Aufführungsort in schwebende Muster aus Schattenspielen zu tauchen.

Zu hören sind Uraufführungen originaler Werke von Georges Aperghis, Liza Lim, Frédéric Pattar und Sebastian Rivas aber auch Neubearbeitungen von Helmut Lachenmann und György Kurtág.

Das Projekt wurde von Florentin Ginot konzipiert, einem grenzüberschreitenden Künstler, der einerseits als Mitglied des Ensembles Musikfabrik in Köln, andererseits in Paris mit HowNow verankert ist.

Aufführungen:

02.05.2018 | 20:00 Uhr
Kölner Philharmonie

06.06.2018 | 22:30 Uhr
Eglise Saint-Merry, Paris

29.09.2018 | 16:30 Uhr
Teatro Alle Tese, Venise

 

Foto © Marc Ginot

L’AILLEURS DE L’AUTRE

Wiegenlieder, rituelle Formeln, Wortgefechte, Stimmübungen oder Rufe eines Hirten – vokale Ausdrucksformen unterschiedlichen Ursprungs verflechten und überschneiden sich in dem Musiktheater L’Ailleurs de l’autre von La Cage und Les Cris de Paris unter der Regie von Aliénor Dauchez. Abseits von geschriebenen Noten entsteht zwischen fünf Sängerinnen ein Dialog vielfältiger oraler Traditionen, der über die Kostüme auch eine visuelle Form annimmt. Die Performerinnen dekonstruieren Klischees von dem, was einst als „weiblich“ galt, und befreien sich so von Regeln und zugeschriebenen Rollenbildern.

Regie: Aliénor Dauchez
Musikalische Leitung: Geoffroy Jourdain
Kostüme: Aliénor Dauchez, Miriam Marto
Bühne, Licht: Michael Kleine
Dramaturgie: Fabienne Vegt
Sängerinnen: Anaël Ben Soussan, Marie Picaut, Camille Slosse, Michiko Takahashi, Aliénor Dauchez

Aufführungen:

13.04.2018 | 20:30 Uhr
14.04.2018 | 20:30 Uhr
L’Opéra de Reims

21.04.2018 | 20:00 Uhr
22.04.2018 | 18:00 Uhr
Radialsystem V, Berlin

04.05.2018 | 20:30 Uhr
Salle Ravel, Levallois

 

Foto © Mónica Martins Nunes

SCHLÄFER

Das Musiktheater „Schläfer“ handelt von Alix, einer derzeit „inaktiven“ Geheimagentin, deren Job ihr ein von außen betrachtet sehr normales Leben diktiert, das aber jederzeit auf Anruf ihrer Arbeitgeber unterbrochen werden kann.

Dieses Doppelleben führt sie in einen Zustand, in dem Realität nur noch eine Lesart unter vielen ist: sie weiß nicht mehr, für wen sie arbeitet und was Wirklichkeit ist oder nicht. Schließlich werden Schlaf, Wachtraum und allerhand damit verbundene paranoide Erzählungen für Alix zum willkommenen Werkzeug ihres möglichen Befreiungsschlages.

Das Musiktheater besteht aus zwei Teilen, die offensichtlich zwei Versionen desselben Verlaufs zeigen und die den Zustand zwischen Schlafen und Wachen, ein Gefühl des Dazwischen-Seins, erläutern.

 

Aufführung: 6. März im Théâtre de la Renaissance in Oullins, im Rahmen des „Biennale Musiques En Scène“ .

Ausschreibung

Liebe Freundinnen und Freunde von Impuls neue Musik,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

Impuls neue Musik fördert den Austausch im Bereich der zeitgenössischen Musik zwischen dem französischen und dem deutschen Sprachraum der drei Nachbarländer Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Die nächste Antragsfrist endet am 22. Mai 2018.

Impuls neue Musik, der deutsch-französisch-schweizerische Fonds für zeitgenössische Musik, begleitet und finanziert anteilig bi- bzw. trilaterale Projekte zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz, welche:

– den aktiven Austausch zwischen dem französischen und dem deutschen Sprachraum beinhalten;
– eine enge Zusammenarbeit zwischen Musikern und/oder Komponisten aus mindestens zwei der drei Länder beinhalten;
– in Deutschland und/oder in Frankreich und/oder in der Schweiz stattfinden (die Aufführungen sollten in mindestens zwei der genannten Länder stattfinden)
– sich mit dem zeitgenössischen Repertoire aus Deutschland, Frankreich und/oder der Schweiz auseinandersetzen, d.h. neue Werke oder komponierte Werke beinhalten, welche während der letzten 30 Jahre entstanden sind.

Die genauen Förderrichtlinien entnehmen Sie unserer Website impulsneuemusik.com, wo Sie auch das Antragsformular herunterladen können und alle Informationen über unseren Fonds finden. Projektbeschreibung muss auf Deutsch und Französisch eingereicht werden. Die Jury aus Fachleuten der französischen, deutschen und schweizerische Musikwelt tagt im Juni 2018.

Angenommen werden können nur Projekte, die nicht früher als September 2018 stattfinden.

Wenn Ihr Projekt den Kriterien entspricht, schicken Sie Ihren Antrag bitte spätestens bis zum 22. Mai 2018 per Post an:

Impuls neue Musik
Prune Hernaïz
Kurfürstendamm 211
D-10719 Berlin

 

Gleichzeitig muss der Online-Antrag fristgerecht an berlin2@lebureauexport.fr versandt werden.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern jederzeit zur Verfügung.
Wir freuen uns auf spannende Projekte!

Mit herzlichen Grüßen

 
Prune Hernaïz | Impuls neue Musik

KURT WEILL JAGT FANTÔMAS

In der Live-Hörspielperformance KURT WEILL JAGT FANTÔMAS begibt sich der Komponist und Hörspielautor Oliver Augst, zusammen mit der Künstlerin und Sängerin Charlotte Simon und dem Musiker Alexandre Bellenger auf Spurensuche in Sachen Kurt Weill in Paris.

Ausgehend von den weitgehend vergessenen Liedern dieser Zeit – von Au fond de la Seine bis J’attends un navire – lassen sie diese vergleichsweise obskure Phase in Weills Schaffen aufscheinen und neu erklingen: als komponierte Interpretation, die als Liebeserklärung ans Original mit dialektischem „Weiterdenken“ in die Jetztzeit verstanden werden kann.

Dabei geht das Stück subversiv-hintersinnig der Frage nach der Verwandlung Weills vom E- zum U-Musiker nach. Und über all dem treibt Fantômas sein Unwesen…

Uraufführung: 22.02.2018 | 20:00 Uhr
23-24.02.2018 | 20:00 Uhr

Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

 

Foto: „Weill with mask white“ (Alexandre Bellenger)

anthropoSCENE

anthropoSCENE beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der aktiven Gestaltung des Planeten im Zeitalter des Anthropozäns. Bei dem deutsch-französischen experimentellen Musiktheater steht die Entwicklung eines in der darstellenden Kunst bisher einmaligen Hybridformats im Zentrum, das künstlerische und wissenschaftliche Experimente miteinander verbindet.

Erstes Ziel ist die Schaffung eines neuartigen Zugangs zu nicht-trivialer, wissenschatlicher Forschung jenseits rein didaktischer Wissensvermittlung mit den Mitteln der darstellender Kunst.

Die drei Autoren erklären das Theater zum Labor, das jedoch, anders als Buckminster Fullers Raumschiff Erde, über zahlreiche Notausgänge verfügt. Die Rahmenbedingungen der in diesem Labor stattfindenden Experimente teilt das Theater jedoch mit dem Gesamtplaneten im Anthropozän ein geschlossener Raum voller Menschen, eine begrenzte Zeitspanne, ein ungewisser Ausgang.

Aufführungen:

  • 1. Februar im Theaterhaus in Stuttgart
  • 12. Februar in L’Atelier de la Comédie in Reims
  • 15. Februar im Museum Kunstpalast Düsseldorf 

Portulan – Tristan Murail

Der Zyklus „Portulan“  von Tristan Murail wurde am 1. Februar im Rahmen des Festival ECLAT und am 7. Februar in La Marbrerie in Montreuil präsentiert.


„Portulan“ bezeichnet einen historischen Seeatlas, der Landmarken, Leuchttürme, Strömungen und Hafenverhältnisse der Küstenlinien zeigt. 

Tristan Murail nennt seinen Zyklus eine „Autobiographie in Metaphern“. Jedes der neun immer unterschiedlich besetzten Werke referiert auf einen Gegenstand, einen Ort, eine Reise, eine literarische oder ästhetische Erfahrung, die von besonderer Bedeutung für den Komponisten war. 

Portulan wird vom Ensemble L´Itinéraire, einer der ältesten Ensembles für neue Musik in Frankreich, interpretiert. L’itinéraire wurde u.a. von Tristan Murail für die kompetente Interpretation der Spektralmusik gegründet.