deutsch-französisch-schweizerischer Fonds für zeitgenössische Musik

Portrait Gérard Pesson

22.-24.4.16 – Saalbau Witten

Im Rahmen der Wittener Tage für neue Kammermusik 2016 vom 22. bis 24. April 2016 ist ein Portrait von Gérard Pesson geplant. Das Portrait soll mehrere neue Werke umfassen, die sich – wie ein roter Faden – durch das Festival­programm ziehen. Erstmals in Deutschland erklingt die Cantate égale pays für Stimmen, Instrumente und Live-Elektronik (mit den Gruppen Exaudi und L’Instant donné sowie Ircam). Der abendfüllende Zyklus bezieht Fundstücke sowie gesampelte Naturlaute mit ein, bewegt sich zwischen den Sparten und Spra­chen, verbindet Elemente des Musiktheaters, der Bachschen Kantatenwelt, der Kammermusik und Elek­tro­nik. Eine besondere Rolle spielen die Mischungen zwischen gesungenen und gesprochenen Partien wie auch die Übergänge zwischen vokalen, instrumentalen und elektronischen Klängen, die sich vielfältig verbinden.

Geplant sind außerdem zwei neue Werke, die im Auftrag des WDR entstehen:
ein Trio für Klarinette, Cello und Klavier (mit dem Trio Catch) sowie ein Werk für Kammerorchester (mit dem WDR Sinfonieorchester Köln, Leitung: Emilio Pomàrico), das sich auf die Oper Pastorale bezieht.

In einem Gesprächskonzert wird Pesson Auskunft über sein Leben und Werk geben, eingerahmt von kürzeren Kammermusikwerken, wie Fureur contre informe für Streichttrio, Duo Bruissant divisé für Geige und Cello sowie einer Auswahl aus dem Sextett Récréations françaises.

Cristina Rocca wird Mitglied der Jury von Impuls neue Musik Jury

Wir freuen uns, Ihnen unser neues Jurymitglied von Impuls neue Musik vorzustellen: CRISTINA ROCCA, Leiterin der Künstlerischen Planung des Orchestre National de France wird ab der kommenden Jurysitzung Eric Denut ersetzen. Cristina Rocca studiert zunächst Musikwissenschaft an der Universität von Bologna und ist im Anschluss im Bereich der künstlerischen Programmplanung zunächst am Teatro Communale in Bologna, später an der Oper von Paris tätig. Cristina Rocca hat mit dem Bornemouth Symphony Orchestra, mit dem  Orchestre philharmonique von Straßburg sowie mit dem Orchester von Cleveland gearbeitet. Seit September 2012 ist sie Leiterin der Künstlerischen Planung des Orchestre National de France. De Musikalische Leitung hat Daniele Gatti inne, mit dem sie bereits beim Orchester der Accademia di Santa Cecilia zusammenarbeitete.
Wir freuen uns, Cristina Rocca in der Jury von Impuls neue Musik willkommen zu heißen!

L’AILLEURS DE L’AUTRE

Wiegenlieder, rituelle Formeln, Wortgefechte, Stimmübungen oder Rufe eines Hirten – vokale Ausdrucksformen unterschiedlichen Ursprungs verflechten und überschneiden sich in dem Musiktheater L’Ailleurs de l’autre von La Cage und Les Cris de Paris unter der Regie von Aliénor Dauchez. Abseits von geschriebenen Noten entsteht zwischen fünf Sängerinnen ein Dialog vielfältiger oraler Traditionen, der über die Kostüme auch eine visuelle Form annimmt. Die Performerinnen dekonstruieren Klischees von dem, was einst als „weiblich“ galt, und befreien sich so von Regeln und zugeschriebenen Rollenbildern.

Regie: Aliénor Dauchez
Musikalische Leitung: Geoffroy Jourdain
Kostüme: Aliénor Dauchez, Miriam Marto
Bühne, Licht: Michael Kleine
Dramaturgie: Fabienne Vegt
Sängerinnen: Anaël Ben Soussan, Marie Picaut, Camille Slosse, Michiko Takahashi, Aliénor Dauchez

Aufführungen:

13.04.2018 | 20:30 Uhr
14.04.2018 | 20:30 Uhr
L’Opéra de Reims

21.04.2018 | 20:00 Uhr
22.04.2018 | 18:00 Uhr
Radialsystem V, Berlin

04.05.2018 | 20:30 Uhr
Salle Ravel, Levallois

 

Foto © Mónica Martins Nunes

SCHLÄFER

Das Musiktheater „Schläfer“ handelt von Alix, einer derzeit „inaktiven“ Geheimagentin, deren Job ihr ein von außen betrachtet sehr normales Leben diktiert, das aber jederzeit auf Anruf ihrer Arbeitgeber unterbrochen werden kann.

Dieses Doppelleben führt sie in einen Zustand, in dem Realität nur noch eine Lesart unter vielen ist: sie weiß nicht mehr, für wen sie arbeitet und was Wirklichkeit ist oder nicht. Schließlich werden Schlaf, Wachtraum und allerhand damit verbundene paranoide Erzählungen für Alix zum willkommenen Werkzeug ihres möglichen Befreiungsschlages.

Das Musiktheater besteht aus zwei Teilen, die offensichtlich zwei Versionen desselben Verlaufs zeigen und die den Zustand zwischen Schlafen und Wachen, ein Gefühl des Dazwischen-Seins, erläutern.

 

Aufführung: 6. März im Théâtre de la Renaissance in Oullins, im Rahmen des „Biennale Musiques En Scène“ .

Ausschreibung

Liebe Freundinnen und Freunde von Impuls neue Musik,
sehr geehrte Damen und Herren,

 

Impuls neue Musik fördert den Austausch im Bereich der zeitgenössischen Musik zwischen dem französischen und dem deutschen Sprachraum der drei Nachbarländer Deutschland, Frankreich und der Schweiz.

Die nächste Antragsfrist endet am 22. Mai 2018.

Impuls neue Musik, der deutsch-französisch-schweizerische Fonds für zeitgenössische Musik, begleitet und finanziert anteilig bi- bzw. trilaterale Projekte zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz, welche:

– den aktiven Austausch zwischen dem französischen und dem deutschen Sprachraum beinhalten;
– eine enge Zusammenarbeit zwischen Musikern und/oder Komponisten aus mindestens zwei der drei Länder beinhalten;
– in Deutschland und/oder in Frankreich und/oder in der Schweiz stattfinden (die Aufführungen sollten in mindestens zwei der genannten Länder stattfinden)
– sich mit dem zeitgenössischen Repertoire aus Deutschland, Frankreich und/oder der Schweiz auseinandersetzen, d.h. neue Werke oder komponierte Werke beinhalten, welche während der letzten 30 Jahre entstanden sind.

Die genauen Förderrichtlinien entnehmen Sie unserer Website impulsneuemusik.com, wo Sie auch das Antragsformular herunterladen können und alle Informationen über unseren Fonds finden. Projektbeschreibung muss auf Deutsch und Französisch eingereicht werden. Die Jury aus Fachleuten der französischen, deutschen und schweizerische Musikwelt tagt im Juni 2018.

Angenommen werden können nur Projekte, die nicht früher als September 2018 stattfinden.

Wenn Ihr Projekt den Kriterien entspricht, schicken Sie Ihren Antrag bitte spätestens bis zum 22. Mai 2018 per Post an:

Impuls neue Musik
Prune Hernaïz
Kurfürstendamm 211
D-10719 Berlin

 

Gleichzeitig muss der Online-Antrag fristgerecht an berlin2@lebureauexport.fr versandt werden.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern jederzeit zur Verfügung.
Wir freuen uns auf spannende Projekte!

Mit herzlichen Grüßen

 
Prune Hernaïz | Impuls neue Musik

KURT WEILL JAGT FANTÔMAS

In der Live-Hörspielperformance KURT WEILL JAGT FANTÔMAS begibt sich der Komponist und Hörspielautor Oliver Augst, zusammen mit der Künstlerin und Sängerin Charlotte Simon und dem Musiker Alexandre Bellenger auf Spurensuche in Sachen Kurt Weill in Paris.

Ausgehend von den weitgehend vergessenen Liedern dieser Zeit – von Au fond de la Seine bis J’attends un navire – lassen sie diese vergleichsweise obskure Phase in Weills Schaffen aufscheinen und neu erklingen: als komponierte Interpretation, die als Liebeserklärung ans Original mit dialektischem „Weiterdenken“ in die Jetztzeit verstanden werden kann.

Dabei geht das Stück subversiv-hintersinnig der Frage nach der Verwandlung Weills vom E- zum U-Musiker nach. Und über all dem treibt Fantômas sein Unwesen…

Uraufführung: 22.02.2018 | 20:00 Uhr
23-24.02.2018 | 20:00 Uhr

Künstlerhaus Mousonturm, Waldschmidtstraße 4
60316 Frankfurt am Main

 

Foto: „Weill with mask white“ (Alexandre Bellenger)

anthropoSCENE

anthropoSCENE beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der aktiven Gestaltung des Planeten im Zeitalter des Anthropozäns. Bei dem deutsch-französischen experimentellen Musiktheater steht die Entwicklung eines in der darstellenden Kunst bisher einmaligen Hybridformats im Zentrum, das künstlerische und wissenschaftliche Experimente miteinander verbindet.

Erstes Ziel ist die Schaffung eines neuartigen Zugangs zu nicht-trivialer, wissenschatlicher Forschung jenseits rein didaktischer Wissensvermittlung mit den Mitteln der darstellender Kunst.

Die drei Autoren erklären das Theater zum Labor, das jedoch, anders als Buckminster Fullers Raumschiff Erde, über zahlreiche Notausgänge verfügt. Die Rahmenbedingungen der in diesem Labor stattfindenden Experimente teilt das Theater jedoch mit dem Gesamtplaneten im Anthropozän ein geschlossener Raum voller Menschen, eine begrenzte Zeitspanne, ein ungewisser Ausgang.

Aufführungen:

  • 1. Februar im Theaterhaus in Stuttgart
  • 12. Februar in L’Atelier de la Comédie in Reims
  • 15. Februar im Museum Kunstpalast Düsseldorf 

Portulan – Tristan Murail

Der Zyklus „Portulan“  von Tristan Murail wurde am 1. Februar im Rahmen des Festival ECLAT und am 7. Februar in La Marbrerie in Montreuil präsentiert.


„Portulan“ bezeichnet einen historischen Seeatlas, der Landmarken, Leuchttürme, Strömungen und Hafenverhältnisse der Küstenlinien zeigt. 

Tristan Murail nennt seinen Zyklus eine „Autobiographie in Metaphern“. Jedes der neun immer unterschiedlich besetzten Werke referiert auf einen Gegenstand, einen Ort, eine Reise, eine literarische oder ästhetische Erfahrung, die von besonderer Bedeutung für den Komponisten war. 

Portulan wird vom Ensemble L´Itinéraire, einer der ältesten Ensembles für neue Musik in Frankreich, interpretiert. L’itinéraire wurde u.a. von Tristan Murail für die kompetente Interpretation der Spektralmusik gegründet.

Umlaut Festival 2018

Das Festival Umlaut fand in Paris vom 26. bis zum 28. Januar 2018 statt.


Das Kollektiv zieht für eine Woche im Theater Lavoir Moderne Parisien ein, im Herzen des Stadtteils Goutte d’Or, wo ihr musikalisches Paris Abenteuer begann.

Das in ein Musiklabor verwandelte Theater bietet den Musikern des deutschen, schwedischen und französischen Kollektivs, den geeigneten Rahmen um neue Werke zu schaffen, die später anlässlich eines dreitägigen Festivals präsentiert werden. Somit stellt dieses internationale Treffen für die Künstler eine einmalige Gelegenheit dar, zusammenzukommen, gemeinsam zu experimentieren und flüchtige, einzigartige musikalische Momente zum Leben zu erwecken, die sie später aufführen.

Der Geist des Kollektivs spiegelt sich auch in der Programmgestaltung wider, die verschiedene musikalische Genres und Formate enthält: ein zeitgenössisches Streichquartett, traditionelle polnische Sängerinnen, eine eigens kreierte Orgel, ein Mandinka-Orchester (Westafrika) sowie einige weitere Überraschungen.

L’ailleurs de l’autre- La Cage

17. / 18.03.2018, 12. / 13.05.2018 | Radialsystem V, Berlin
13. / 14.04.2018 | Opéra de Reims
04 / 2018 | Le Tandem de Douai / Arras, Douai
04.05.2018 | L’escale, Levallois

Das Musiktheater „L‘ailleurs de l‘autre“ ist eine Produktion von La Cage mit dem französischen Ensemble Les Cris de Paris.

Vier klassisch ausgebildete Sängerinnen  legen ihre Partituren zur Seite und  beschäftigen sich mit musikethnologischen Aufnahmen von Gesängen des Archivs des Musée des arts premiers du Quai Branly. Die in  Auftrag gegebenen Werke der Komponistin Hanna Eimermacher sowie das Archivmaterial  des Museums werden nach Gehör erlernt. Das neu entstandene Repertoire stellt die Frage  nach dem Anderen, dem Fremden. In einer Art Modeschau entstehen Rituale, die  scheinen, als brächten sie uns mit der desorientierten Welt in Einklang, die zwischen  globalem Universalismus und Isolationismus zerrissen ist. Darüber hinaus werden verschiedene Repräsentationen des Feminismus primitiver Kulturen bis in die Moderne  reflektiert. Das Projekt wird prozessual im Laufe einer einjährigen Recherche in Deutschland und Frankreich „au plateau“ erarbeitet.

KURT WEILL JAGT FANTÔMAS – textXTND, Augst, Daemgen & Ihle GbR

07.09.2017 | Goethe-Institut, Paris
02 / 2018 | Mousonturm, Frankfurt am Main
Radio France Culture
rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg

KURT WEILL JAGT FANTÔMAS ist eine Live-Hörspielperformance  des deutschen Komponisten und Hörspielautors Oliver Augst mit der deutschen Sängerin Charlotte Simon  und dem Pariser Musiker Alexandre  Bellenger.

Es ist eine internationale und bilinguale  Koproduktion für Bühne und Rundfunk, die in Zusammenarbeit mit dem Künstlerhaus  Mousonturm in Frankfurt am Main und dem Goethe-Institut Paris sowie den  Hörspielabteilungen des rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg und Radio France Culture  entsteht. Als Autorenteam fungiert das deutsch-französische Pop-Duo Françoise Cactus Brezel Göring (Stereo Total). Das Projekt  möchte ein bislang vernachlässigtes Kapitel in  Weills musikalischem Schaffen – seinen Aufenthalt in Paris (1933-1935) – zeitgenössisch  zum Klingen bringen. Basierend auf dem Material der weitgehend unbekannten Weill- Lieder aus diesen Jahren werden sich Gesang, Sprache und Klang zu einer komponierten Neu-Interpretation verdichten, als Liebeserklärung ans Original mit dialektischem „Weiterdenken“  in die Jetztzeit.

Fünf plus Fünf

05 / 2018 | Philharmonie Berlin (Kammermusiksaal), Berlin
05 / 2018 | Berghain, Berlin

Fünf plus Fünf (2018) ist ein deutsches, französisches sowie schweizerisches Projekt, welches in Zusammenarbeit mit dem Eklekto Percussionsensemble Genève entsteht.

Während des zweitägigen Festivals präsentieren fünf Kontrabassklarinettisten und fünf  Percussionisten im Kammermusiksaal der Berliner Philharmoniker und dem Berghain  insgesamt zwölf neue Kompositionen. Fünf plus fünf (2018) sucht interessante Orte, die  ästhetisch zu der Instrumentenkombination passen und KomponistInnen,  die mit diesen Räumen umzugehen wissen und ihre künstlerische Arbeit nicht nur als einen rein akustischen Prozess verstehen. Die neue Komposition von Oscar Bianchi steht im  Mittelpunkt des Festivals. Als Rahmenprogramm wird den Berliner Hochschulen Workshops für StudentInnen angeboten. Das Projekt Fünf plus fünf (2018) wird Ende 2018 auch in  Frankreich aufgeführt. Es gibt darüber hinaus Gespräche mit dem Festival Musica in  Straßburg.